Mittwoch, 27.11.2019
Eingebaut statt selbst produziert: Wer die Fertigung von Vorprodukten auslagert, verringert die Leistungstiefe seines eigenes Unternehmens.

Foto: industryview/iStock/Getty Images

Eingebaut statt selbst produziert: Wer die Fertigung von Vorprodukten auslagert, verringert die Leistungstiefe seines eigenes Unternehmens.

 

Einkauf
Zeitersparnis vs. Abhängigkeit

Outsourcing: Diese Vorteile und Nachteile gilt es zu beachten

Wer Unternehmensprozesse an Subunternehmer auslagert, spart im besten Falle Kosten, macht sich im schlimmsten Falle jedoch abhängig von einem schluderhaften Partner. Eine Abwägung der Vor- und Nachteile von Outsourcing.

Im Kerngeschäft liegt die Daseinsberechtigung jedes Mittelständlers. Hier schlummern die höchsten Margen, hier hebt sich ein Hersteller von Wettbewerbern ab. Daher sollten Mitarbeiter für dieses Kerngeschäft auch die meiste Zeit einsetzen können.

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Leider sieht die Realität in Unternehmen häufig anders aus: Organisatorische Aufgaben wie Buchhaltung und produktionelle Vorarbeiten fressen viel Zeit und Energie. Outsourcing kann eine Lösung sein. Aber was sind die Vorteile und was die Nachteile?

Vorteile: Outsourcing macht Kapazitäten frei

Durch die Beauftragung qualifizierter Lieferanten und Dienstleister mit bestimmten Unternehmensprozessen sparen die Mitarbeiter eines Unternehmens viel Zeit. Da nun wieder mehr Raum für das Kerngeschäft des Unternehmens bleibt, verbessert es seine operative und strategische Marktposition. Auch kostenseitig das das Vorteile.

Wer spezialisierte Dienstleister auswählt, muss qualitativ keine Kompromisse eingehen. Im Gegenteil liefern spezialisierte Subunternehmer Komponenten und Dienstleistungen häufig in höherer Qualität, als es das eigene Unternehmen könnte. Während sich interne Mitarbeiter lange in eine neue Materie einarbeiten müssten, kann ein externer Experte in kürzerer Zeit hochwertige Ergebnisse liefern.

Nachteile: Abgabe von Kontrolle

Grundsätzlich verringert ein Unternehmen, das industrielle Vorprozesse auslagert, seine Leistungstiefe. Durch die Abgabe von Aufgaben an andere macht man sich zudem von diesen abhängig. Schlüsseltechnologien und -kompetenzen sollten daher stets beim Hauptunternehmen verbleiben, um dem Vorlieferanten keine allzu große Macht zu geben.

Je nachdem, welche Prozesse ein Unternehmen auslagert, muss es dem externen Dienstleister Einblick in vertrauliche Informationen geben. Auch wenn man sich gut versteht, macht sich das beauftragende Unternehmen potentiell angreifbar und gibt Kontrolle ab. Sind die Kosten für die Auftragsarbeiten zudem recht hoch, sinkt die Marge des beauftragenden Unternehmens.

Verträge genau ausarbeiten

Den meisten dieser Nachteile kann man vertraglich vorgreifen, indem man sie genau regelt. Zudem müssen beauftragendes und Auftrag ausführendes Unternehmen Anforderungen und Abläufe immer wieder genau besprechen.

Über eine gewisse Dauer der Zusammenarbeit müssen die Prozesse jedoch in eine Routine einfließen. Damit die Zeit, die das Unternehmen für die Bearbeitung der ausgelagerten Aufgaben spart, nicht für die permanente Problembesprechung draufgeht.