Mittwoch, 09.12.2015

Um den Smog in Peking zu reduzieren, sollen rund 300 Unternehmen ihren Standort verlagern. Viele deutsche Unternehmen haben Zulieferer in dieser Region.

Bildquelle: fragreg/Thinkstock/Getty Images

Einkauf
Unternehmen müssen Standorte verlegen

Peking: Fabriken produzieren weniger

Der Smog in China kann zu Unterbrechungen bei den Zulieferern führen. Mit geringeren Produktionsmengen ist zu rechnen. Auswertungen zeigen Probleme für deutsche Unternehmen.

Bei deutschen Unternehmen mit chinesischen Zulieferern kann es zu Problemen in der Lieferkette kommen. Die Regierung in Peking hat am Dienstag die Warnstufe Rot aufgrund des starken Smogs ausgerufen. Industrieanlagen müssen daher ihre Produktion einstellen oder reduzieren. „Es gibt keine präziseren Angaben“, sagt Heiko Schwarz, Geschäftsführer von Riskmethods. Die staatliche Zensur würde das verhindern.

Allein 300 Firmen müssten den Standort aus dem Großraum Peking heraus verlagern, um die Verschmutzung zu reduzieren. Das kann Qualität und Verfügbarkeiten der dort hergestellten Produkte stark beeinträchtigen. Betroffen sind insbesondere Fabriken, die mit Kohle befeuert werden.

Zulieferer beeinträchtigt durch Smog

Jedes zweite Unternehmen unter den Kunden von Riskmethods hat eine Warnmeldung erhalten, weil Unternehmen aus dieser Region unter ihren Zulieferern sind. Damit beginnt die Einbindung alternativer Quellen, um die Beschaffung sicherzustellen. Meist kommen bei einem solchen Prozess zusätzliche Logistikkosten auf die Firmen zu, da kurzfristig andere Containerschiffe und Routen gebucht werden müssen. Diese Unsicherheiten erschweren die genaue Erfassung der gesamten Kosten bei einer Beschaffung in China erheblich. 2013 wurden bereits 288 Unternehmen aus dem Großraum Peking ausgesiedelt.

Auch in der Region um das nordchinesische Harbin kam es zu Problemen. Der Harbin Taiping Airport musste vorübergehend schließen aufgrund von Smog. Die Sichtweite betrug teilweise unter 20 Meter. Es kam auch hier zur Schließung von Unternehmen.