Montag, 16.03.2015
Die Nutzung elektonischer Systeme in der Supply Chain überwiegt bei Großunternehmen.

Bildquelle: D3Damon/Thinkstock/Getty Images

Die Nutzung elektonischer Systeme in der Supply Chain überwiegt bei Großunternehmen. Kleine und mittelständische Unternehmen sind zurückhaltender.

Einkauf
Elektronische Kataloge in der Breite angekommen

Supply Chain: Einkäufer sehen keinen Sinn in Auktionen

Elektronische Kataloge haben sich in allen Unternehmen durchgesetzt. Das gilt für Ausschreibungen, Supply Chain Management und Lieferantenmanagement nicht. Einkäufer kritisieren mangelnde Reife und Flexibilität.

Elektronische Tools für Ausschreibungen, Supply Chain Management und Lieferantenmanagement werden in der Supply Chain deutlich weniger eingesetzt als elektronische Kataloge. Insbesondere mittelständische Unternehmen sind zurückhaltend. Mehr als zwei Drittel (72,8 Prozent) nutzt keine Ausschreibungssysteme im Vergleich zu 53,3 Prozent der Konzerne. Falls sie zum Zuge kommen, dann nur für ausgewählte Verhandlungen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen will diese Systeme auch in Zukunft nicht einsetzen. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Skepsis hierbei noch zugenommen. Elektronische Kataloge haben sich dagegen in der Breite durchgesetzt. In Großunternehmen sind sie Standard, über 60 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen bestellen elektronisch.

Die Herausforderung in der Zukunft liegt bei den elektronischen Katalogen in der Intensität und den Anwendungsmöglichkeiten. Die Systeme werden nicht so eingesetzt, wie es möglich wäre. Es dominieren die üblichen Standardkataloge. „Hier muss noch einiges getan werden, damit alle relevanten Güter und Dienstleistungen integriert und das volle Potenzial elektronischer Lösungen ausgeschöpft werden kann,“ sagt Holger Müller, BWL-Professor an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Punkten konnte dagegen die Servicequalität. Zwei von drei Einkäufern sind durchweg zufrieden mit der Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit bei elektronischen Katalogen. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und die Universität Würzburg befragen seit 2004 jährlich die Unternehmen zu den Trends der elektronischen Beschaffung. Seit 2014 unterstützt auch die HWTK Leipzig die Befragung.

Supply Chain noch lückenhaft in der Anbindung

Als Grund für den zögerlichen Einsatz der Tools für Ausschreibungen, Lieferantenmanagement und Supply Chain Management geben die Einkäufer eine zu geringe Reife und Flexibilität der technischen Seite an. Gefordert werden von den IT-Anbietern einfachere und effiziente Prozesse und eine höhere Interoperabilität der Programme. „Die Lieferantenseite darf ebenfalls nicht außen vor gelassen werden. Nach wir vor ist es nicht selbstverständlich, dass jeder Supplier über die notwendige eReadiness verfügt“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Christoph Feldmann.