Dienstag, 03.12.2013
Abends sollten Unternehmer darauf achten, dass im Betrieb alle Lichter ausgeschaltet sind.

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Abends sollten Unternehmer darauf achten, dass im Betrieb alle Lichter ausgeschaltet sind.

Wie Unternehmen ihre Energieeffizienz optimieren

Energieeffizienz: Der letzte macht das Licht aus

Wie Unternehmen ihre Energieeffizient optimieren und dabei langfristig hohe Kosten einsparen können. Beispiele aus der Praxis.

Strom- und Energiekosten für Unternehmen steigen von Jahr zu Jahr an. Vor allem für den Mittelstand, der oft nicht von der EEG-Umlage befreit ist, werden diese Kosten immer höher. Hinter den Personalkosten sind die Ausgaben für Energie mittlerweile der zweitgrößte Kostenblock in mittelständischen Unternehmen. Während große Industriebetriebe, die einen vielfachen Stromverbrauch im Vergleich zu einem mittelständischen Betrieb haben, ab einer bestimmten Verbrauchsmenge keine EEG-Umlage mehr zahlen müssen, zahlen Mittelständler meist die volle Umlage.

EEG-Umlage: große Last

Dem mittelständischen Unternehmen Iwis, Produzent von Antriebs- und Steuerungssystemen, kostet die EEG-Umlage in diesem Jahr beispielweise rund 400.000 Euro. Und die Umlage wird zum kommenden Jahr nochmals ansteigen auf 6,24 Cent pro verbrauchte Kilowattstunde Strom. Daher müssen Unternehmen an anderen Stellen Geld und Energie einsparen. „Im nächsten Jahr wollen wir 1,2 bis 1,6 Prozent der Gesamtenergie in unserem Unternehmen einsparen“, sagt Matthias Knoblich, Referent für Arbeitssicherheit und Umwelt bei der Iwis Mmotorsysteme GmbH & Co. KG.

Energieeffizienz: So kann optimiert werden

Oft sind sehr hohe Energiekosten jedoch auch ein hausgemachtes Problem: Vielen Unternehmern ist nicht bewusst, an welchen Stellen im Betrieb sie überall Strom sparen können. Das Problem fängt bei einem angelassenen Licht nach Feierabend an und endet bei überholter Energiewirtschaft.
Das Logistikunternehmen Simon Hegele ist daher schon seit Jahren dazu bereit im Dienste der Energieeffizienz kurzfristig zu investieren, um davon langfristig zu profitieren.
„Hinsichtlich der Energieeffizienz will sich unser Unternehmen langfristig gut aufstellen“ “, sagt Konrad Martin, Abteilungsleiter EHSQ Methoden & Standards bei Simon Hegele. Bei der Planung neuer Logistikzentren soll künftig darauf geachtet werden, dass nur der neueste Stand der Technik verbaut wird.

Energieeffizienz durch „Greenbuilding“

Diese Logistikzentren sollen, wie auch schon das neueste, nach dem sogenannten Greenbuilding-Prinzip gebaut werden. „Es wird versucht, das Tageslicht so gut es geht auszunutzen. So kann auf unnötiges künstliches Licht oft verzichtet werden. Außerdem ist es in den Zentren möglich, Regenwasser selbst aufzubereiten und aufzufangen, um es beispielsweise für Toilettenspülungen wiederzuverwerten“, erklärt Martin. Bei der Lichttechnik setzt das Unternehmen Simon Hegele nicht nur auf LEDs, sondern hat in den Logistikzentren auch Lichtsensoren verbaut, die die Anschaltzeit der jeweiligen Lichter steuern. „Es gibt noch weitere Lichtsensoren, die die Helligkeit des Leuchtmittels je nach Tageslicht automatisch anpassen. Ein Drittel aller Industriehallen werden mittlerweile mit dieser Technik ausgestattet. Mit solchen intelligenten Steuerungen kann ein Unternehmen im Jahr noch einmal bis zu 75 Prozent seiner Ausgaben für Licht reduzieren“, weiß Jörg Hornisch, Geschäftsführer von der „Wir sind heller“ GmbH.

Energiekonzept für mehr Energieeffizienz

Der Hemdenhersteller OLYMP hat beim Bau seines neuen Logistikzentrums auf ein komplettes Energiekonzept gesetzt, um die Energieeffizienz optimal auszuschöpfen. Durch ein dreigliedriges Wärmedämmsystem wird Energie aus der Erde für Heizzwecke nutzbar gemacht. In einem ersten Schritt, kann die Wärme, die beim Gebrauch der technischen Geräte entsteht, durch die Abwärmenutzung wiederverwertet werden. Durch das Verfahren der Wärmerückgewinnung, wird bereits verbrauchte Wärme wieder in den Energiekreislauf eingeführt. Die verbauten Wärmepumpen haben eine ähnliche Funktion. Sonnenenergie wird zudem über eine Photovoltaikanlage nutzbar gemacht. Überschüssige Energie, in Form von Wärme und Kälte, speichert das Unternehmen in einem Sprinklertank. So ist das Logistikzentrum auch bei schlechtem Wetter mit erneuerbarer Energie versorgt. Dieses System kann bei einem Stromausfall alle wichtigen Geräte bis zu 40 Minuten weiter mit Strom versorgen. Und dadurch auch noch länger in Betrieb bleiben können.

Moderne Kraft-Wärme-Kopplung

Die Steinbeis Papier GmbH hat schon 1976 von einer energieintensiven Papierherstellung unter Nutzung von Primärfasern aus Holz auf eine ökologisch-integrierte Papierfabrikation auf der Basis von 100 Prozent Altpapier umgestellt. Heute benötigt das Unternehmen bis zu 72 Prozent weniger Energie zur Herstellung seiner Recyclingpapiere als herkömmliche Papierhersteller. Um diesen Wert zu erreichen, hat Steinbeis in den vergangenen zehn Jahren rund 300 Millionen Euro in energieeffiziente Anlagen und Technologien investiert. „Energie- und Ressourceneffizienz war für Steinbeis eine strategische Entscheidung, um in einer energie- und damit kostenintensiven Branche wie der Papierindustrie langfristig überleben und darüber hinaus ertragsorientiert produzieren zu können“, sagt Geschäftsführer Michael Söffge. Vor rund drei Jahren nahm Steinbeis ein in den Unternehmensstandort integriertes Kraftwerk mit modernster Wirbelschichttechnologie und Kraft-Wärme-Kopplung zur Eigenerzeugung von Energie in Betrieb. Dieses Kraftwerk deckt heute 100 Prozent der benötigten thermischen Energie und rund 50 Prozent der elektrischen Energie des Unternehmens ab. Dadurch konnte die CO2-Emmission pro Tonne Papier im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent reduziert werden. Außerdem werden anfallende Reststoffe, wie zum Beispiel Papierschlamm oder Druckfarben, in dem Kraftwerk thermisch verwertet. Dadurch reduziert sich der Verbrauch des Unternehmens an fossilen Brennstoffen erheblich.

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