Donnerstag, 02.07.2015
Trotz voranschreitender Energieeffizienz: die deutsche Industrie gibt immer noch 14,5 Prozent zu viel für Elektrizität aus.

nightman1965_Thinkstock_Getty Images

Trotz voranschreitender Energieeffizienz: die deutsche Industrie gibt immer noch 14,5 Prozent zu viel für Elektrizität aus.

Deutsche Industrie gibt zu viel für Elektrizität aus

Energieeffizienz: große Stromsparpotentiale in Industrie

Der Stromverbrauch in der Fertigungsindustrie ist in den vergangenen 40 Jahren enorm angestiegen. Daher wird der Einsatz energieeffizienter Maschinen für diese Branche immer wichtiger und viele Maßnahmen haben auch bereits gegriffen. Allerdings gibt die deutsche Industrie immer noch 14,5 Prozent zu viel für Elektrizität aus.

In der weltweiten Fertigungsindustrie besteht erhebliches Stromsparpotenzial. Dies ergab eine neue Untersuchung von Siemens Financial Services (SFS). Das Einsparpotential wurde ermittelt als der Anteil des aktuellen Stromverbrauchs, den die Industrie durch den Einsatz energieeffizienter Maschinen einsparen könnte. Die Prozentsätze in den untersuchten Ländern reichen dabei von rund 14 Prozent bis knapp 20 Prozent. Für Deutschland beziffert die Studie das Energiesparpotenzial auf 14,5 Prozent. Das ist etwas höher als in Spanien und Großbritannien (14,2 Prozent), aber niedriger als in Frankreich (15,1 Prozent) und in den USA (15,3 Prozent) oder in den Schwellenländern China (17,2 Prozent) sowie Russland (19,1 Prozent).

Energieeffizienz: Bemühungen zeigen Wirkung

Dass Deutschland bei der industriellen Energieeffizienz zu den führenden Nationen gehört, liegt an den wirksamen Energieeffizienzinitiativen, die bisher umgesetzt wurden. Dennoch bleibt weiteres Sparpotenzial, vor allem im Schwermaschinenbau, wo Produktionssteuersysteme und Motoren mit variablen Geschwindigkeiten den Stromverbrauch drastisch senken können.

Da Strom einen wachsenden Anteil am industriellen Energieverbrauch hat, entwickelt sich die Verringerung des Stromverbrauchs zu einer immer bedeutenderen Herausforderung für den Fertigungssektor. Der industrielle Stromverbrauch ist in den vergangenen 40 Jahren dreimal stärker gestiegen als der Gesamtenergieverbrauch und macht heute mehr als ein Viertel des industriellen Energieverbrauchs aus. Gleichzeitig sind die Stromtarife in den vergangenen zehn Jahren erheblich gestiegen. Eine Senkung des Stromverbrauchs ist daher entscheidend für die wirtschaftliche Gesundheit des Fertigungssektors.

Verbrauchssenkung durch effiziente Anlagen

Überall auf der Welt konzentrieren sich Produktionsunternehmen zunehmend darauf, energieeffiziente Anlagen und Maschinen zu installieren, um so den Verbrauch sowie anfallende Kosten zu senken. Die Palette reicht dabei von optimierten motorgetriebenen und automatisierten Systemen bis hin zu Wärmerückgewinnung aus Produktionsprozessen zur Stromerzeugung oder zu Heizzwecken.

"Investitionen in energieeffiziente Technologien tragen nicht nur dazu bei, die Energie – und Fertigungskosten sowie die CO2-Emissionen zu senken“, sagt Kai-Otto Landwehr, Leiter des Commercial-Finance-Geschäfts von SFS in Deutschland. „Neue Anlagen bringen oft auch Produktivitäts- und Kapazitätssteigerungen und verbessern auf diese Weise zusätzlich das Ergebnis und die Wettbewerbsfähigkeit.“

Info

Von Ende 2014 bis Anfang 2015 wurde bei den 20 weltweit führenden Maschinenbauunternehmen eine unabhängige Untersuchung durchgeführt. Die teilnehmenden Unternehmen sollten auf Basis der heute verfügbaren energieeffizienten Technologien das Mindestverbesserungspotenzial in den untersuchten Ländern China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Polen, Russland, Skandinavien, Spanien, den USA und der Türkei schätzen. Anschließend wurde für jedes Land ein Durchschnittswert der Schätzungen ermittelt.

2022 © Markt und Mittelstand · Alle Rechte vorbehalten.

Der Newsletter für Unternehmer – jeden Donnerstag in Ihr Postfach

NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN