Donnerstag, 24.10.2013
Erneuerbare Energien steigern die Energieeffizienz und die Unabhängigkeit zu den Netzbetreibern.

iStock / Thinkstock / Getty Images/Thinkstock

Erneuerbare Energien steigern die Energieeffizienz und die Unabhängigkeit zu den Netzbetreibern.

Energieeffizienz: Tipps und Tricks fürs Stromsparen

Energieeffizienz: So können Mittelständler Strom sparen

Für Mittelständler sind die Energiekosten mittlerweile der zweitgrößte Kostenblock hinter den Personalkosten. Anhand von Praxisbeispielen erläutern wir, wie Sie durch Investitionen in Energieeffizienz Ihre Kosten langfristig senken können.

Energieeffizienz im Mittelstand | Praxisbeispiel: Wärmenutzung

Der Hemdenhersteller OLYMP hat beim Bau seines neuen Logistikzentrums auf ein komplettes Energiekonzept gesetzt, um die Energieeffizienz optimal auszuschöpfen. Durch ein dreigliedriges Wärmedämmsystem wird Energie aus der Erde für Heizzwecke nutzbar gemacht. In einem ersten Schritt, wird die Wärme, die beim Gebrauch der technischen Geräte entsteht, durch die Abwärmenutzung wiederverwertet. Durch das Verfahren der Wärmerückgewinnung, wird bereits verbrauchte Wärme wieder in den Energiekreislauf eingeführt. Die verbauten Wärmepumpen haben eine ähnliche Funktion. Sonnenenergie wird zudem über eine Photovoltaikanlage nutzbar gemacht. Überschüssige Energie, in Form von Wärme und Kälte, wird in einem Sprinklertank gespeichert. So ist das Logistikzentrum auch bei schlechtem Wetter mit erneuerbarer Energie versorgt. Dieses System kann bei einem Stromausfall alle wichtigen Geräte bis zu 40 Minuten weiter mit Strom versorgen.

Energieeffizienz im Mittelstand | Praxisbeispiel: Büro

Die mittelständische Firma memo AG, ein Versandhandel für „ökofaire“ Büroprodukte, setzt seit Jahren auf stromsparende und ressourcenschonende Bürogeräte. „Bereits seit 2001 beziehen wir Ökostrom. Wir legen sehr großen Wert darauf, dass unsere Bürogeräte alle höchst energieeffizient arbeiten“, sagt Claudia Silber von dem mittelständischen Unternehmen. Demnach suche man beispielsweise Drucker nicht in erster Linie nach Marken sondern auch nach deren Energieeffizienz aus.

Energieeffizienz im Mittelstand | Praxisbeispiel: Druckluft

Professor Eberhard Jochem, Wissenschaftler im technisch-ökonomischen Feld der rationellen Energieanwendung, hat einen speziellen Tipp für Mittelständler, die viel mit Druckluft arbeiten. „Bei Druckluft kann man sehr viel Energiekosten einsparen. Druckluftleitungen haben fast immer Leckagen, die man schließen sollte. Ein nur 1 Millimeter großes Loch kostet 600 Euro im Jahr“, so Jochem. Zudem rät er, neue Kesselanlagen, Ventilatoren oder Beleuchtung anzuschaffen. „Viele Unternehmen verfügen über eine veraltete Technik mit unnötig hohen Energiekosten. Mittelständler sollten das Wissen über die hocheffizienten neuen Technologien für sich nutzen und sinnvoll re-investieren“, sagt Jochem.

Netzwerke für mehr Energieeffizienz im Mittelstand

Bei dem Projekt „Lernende Energieeffizienz-Netzwerke“ (LEEN) des Fraunhofer Instituts für System-und Innovationsforschung, können sich Mittelständler über das Thema Energieeffizienz austauschen und sich Anregungen von anderen Unternehmen holen. Ergebnisse zeigen, dass die Netzwerkbetriebe ihre Energieeffizienz im Schnitt doppelt so schnell steigern wie der Durchschnitt der Industrie „Das Prinzip der ‚Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke‘ (LEEN) basiert darauf, dass 10 bis 15 Betriebe in einer Region zusammenarbeiten, mit dem Ziel, kosteneffektiv Energie zu sparen, indem sie voneinander lernen“, erklärt Ursula Mielicke vom Fraunhofer Institut. Viermal jährlich finden Treffen in einem der teilnehmenden Betriebe statt. „Das bietet Gelegenheit umgesetzte Maßnahmen nachzuvollziehen, zum Austausch und dient gleichzeitig der Motivation, wenn neue Anregungen aus den Partnerbetrieben mitgenommen werden können“, so Mielicke. Ergebnisse zeigen, dass die Netzwerkbetriebe ihre Energieeffizienz im Schnitt doppelt so schnell steigern wie der Durchschnitt der Industrie.