Montag, 17.06.2013
Klimawandel und Energiewende

Klimawandel schadet Mittelstand

Der deutsche Mittelstand wird in den kommenden Jahrzehnten zunehmend die Negativfolgen des Klimawandels sowie der Energiewende spüren. Doch es gibt auch Gewinner.

Bereits 2011 klagten 15 Prozent der mittelständischen Unternehmen über die Auswirkungen des Klimawandels. Für das Jahr 2030 befürchten sogar 29 Prozent negative Folgen für die eigenen Betriebe. Laut einer aktuellen Studie des IW Köln sind vor allem Betriebe der Metall- und Baubranche sowie des Logistikbereichs vom Klimawandel betroffen.

Mittelständische Unternehmen sind finanziell und personell unzureichend vorbereitet

Die negativen Auswirkungen konzentrieren hierbei überwiegend auf die Beschaffungsseite. Schon heute haben die Unternehmer zunehmend Probleme mit der Klimatisierung von Lagerhallen oder müssen in Hochwasserzeiten mit Unterbrechungen des Schiffverkehrs rechnen. Es drohen Kostensteigerungen für bessere Gebäudedämmung, Hochwasserschutz und höhere Versicherungsprämien. Die Unternehmer fühlen sich jedoch auch von der staatlichen Politik der Energiewende gegängelt. Vor allem der Handel mit Emissionszertifikaten schlägt bei mittelständischen Unternehmen zu Buche. Für das Jahr 2030 rechnen 36 Prozent der Unternehmen mit derartigen indirekten Folgen durch den Klimawandel.

Das IW Köln warnt die Unternehmen, in den kommenden Jahren mehr finanzielle und personelle Ressourcen für die Abdeckung der Kosten des Klimawandels bereitzustellen. Momentan sei die Kostenentwicklung noch überschaubar, 2030 könne es jedoch vor allem für Logistikbetriebe und die Energie- und Wasserwirtschaft sehr kritisch werden. Derzeit sind in fast 60 Prozent der Unternehmen nur geringe finanzielle Rücklagen für Anpassungsmaßnahmengebildet worden.

Klimafreundliche Technologien und Energiewende bieten auch Chancen

Doch es gibt Unternehmen, für die der Klimawandel zukünftig sogar erfreuliche Entwicklungen bereithält. 18 Prozent der mittelständischen Unternehmen gaben an, dass sich der Klimawandel positiv auf ihre Wirtschaftsleistung auswirke. 25 Prozent rechnen bis 2030 gar mit einer Umsatzsteigerung durch klimarelevante Technologien, die zur Energiewende beitragen. Vor allem Unternehmen der Elektroindustrie, des Fahrzeug- und Maschinenbaus sowie des Bausektors hoffen auf positive Geschäftsimpulse.