Montag, 19.03.2012
Kosten für Industriestrom steigen

Netzausbau treibt Strompreise hoch

Um 8 Prozent wird der Preis für Industriestrom in den kommenden Jahren steigen. Wichtigster Preistreiber sind die Netzkosten, die um 54 Prozent zulegen werden.

Die Energiewende werde „zu einer weiteren Erhöhung der Netzentgelte und damit des Strompreises führen“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus einem Bericht für die heutige Sitzung des politischen Beirats der Bundesnetzagentur. Demnach schätzt die Behörde den Investitionsbedarf für den Netzausbau auf 30 bis 47,5 Milliarden Euro. Die Preise für Industriestrom dürften laut Expertenmeinung  somit um acht Prozent in den kommenden Jahren ansteigen.

In den Investitionssummen bleiben Entschädigungen für Unternehmen, die bei Stromengpässen ihre Anlage herunterfahren, bisher unberücksichtigt. 100 Millionen Euro sieht die Bundesnetzagentur allein für 2012 vor – mittelfristig  geht sie jedoch von jährlich 270 Millionen Euro aus.

Zudem sind die Anträge auf Ermäßigung oder Befreiung von Netzentgelten in den letzten Jahren angestiegen. Vor allem energieintensive Industrien wie Chemie, Metall aber auch der Lebensmittelhandel, Hotels und Gastronomie können hiervon Gebrauch machen. Bisher haben bereits 1.600 Unternehmen einen entsprechenden Antrag gestellt.  Auf 400 Millionen Euro schätzt die Netzagentur den notwendigen jährlichen Betrag für Rabatte und Befreiungen. Diese Sonderlasten werden langfristig ebenfalls auf alle übrigen Stromkunden umgelegt. Die Strompreise dürften somit noch deutlich mehr als um acht Prozent zulegen.

 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Markt und Mittelstand

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