Montag, 25.02.2013
Elektroauto: Fahrzeuge wie der Opel Ampera bewegen sich bereits mit Elektromotoren.

Foto: GM Company

Elektroauto: Fahrzeuge wie der Opel Ampera bewegen sich bereits mit Elektromotoren.

Elektromobilität

Neuer Elektromotor beschleunigt Elektroauto

Ein verbessertes Antriebssystem könnte schon bald der Elektromobilität schneller zum Durchbruch verhelfen. Das von einer Forschergruppe entwickelte Konzept für den Reluktanzmotor kommt ohne die Zugabe von kostspieligen Seltenen Erden aus.

Elektrofahrzeuge können auch mit Antrieben versehen werden, die ohne Dauermagneten und damit ohne die Zugabe von Seltenen Erden auskommen. Zwar beschäftigte sich die Automobilindustrie mit Reluktanzmotoren schon vor mehr als zehn Jahren, kam aber zu dem Ergebnis, dass der Wirkungsgrad des Antriebs zu gering sei, wie „Die Zeit“ meldet.
Dem widerspricht der Leiter des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) an der RWTH Aachen. Über den gesamten Fahrzyklus sei der ohne Zugabe von Seltenen Erden neu entwickelte Reluktanzmotor herkömmlichen Elektromotoren überlegen, abgesehen vom Bereich niedriger Geschwindigkeiten. Es sei falsch, sich nur auf Antriebe mit Permanentmagneten zu konzentrieren. Die steigenden Preise für Seltene Erden lassen fraglich erscheinen, ob die zu einem Viertel aus solchen Substanzen bestehenden Permanentmagneten jemals eine Massenproduktion von Elektrofahrzeugen erlauben.

Elektromobilität: Besserer Antrieb?

Eine Lösung aus dem Dilemma könnte der Reluktanzmotor ohne Beigabe von Seltenen Erden bieten. Diese Technik ist in dem bis 2014 laufenden europäischen Forschungsungsprojekt E-Vectoorc schon so weit fortgeschritten, dass im April ein Land Rover Evoque mit dem neuen Elektromotor vorgestellt werden soll. Weitere Teilnehmer neben Land Rover sind Jaguar und Skoda Auch bei dem belgischen Unternehmen Inverto, eine Ausgründungen der Universität Gent, ist das Antriebskonzept schon so weit entwickelt, dass es in der zweiten Jahreshälfte bereits auf den Straßen unter Praxisbedingungen getestet werden kann.
Angetrieben wird der Reluktanzmotor von Spulen, die erst magnetisch werden, wenn Strom durch sie fließt. Im Vergleich zu Permanentmagneten mit Seltenen Erden ist das Konzept preiswerter, benötigt weniger Energie und erlaubt höhere Drehzahlen.

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