Freitag, 21.02.2014
Unternehmen legen großen Wert aud die Energieeffizienz.

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Unternehmen legen großen Wert aud die Energieeffizienz.

Ihre Energiekonzepte

Unternehmen setzen auf Energieeffizienz

Die Energieeffizienz spielt für den deutschen Mittelstand eine immer größere Rolle. Im vergangenen Jahr investierten zwei von drei Unternehmen in die Energieeffizienz.

Der Mittelstand hat erkannt, dass sich die Investitionen in eine verbesserte Energieeffizienz ihres Unternehmens lohnen: 87 Prozent der deutschen Unternehmen bewerten dieses Thema als sehr wichtig oder wichtig. Das fand eine Umfrage der Deutschen Energie Agentur (dena) unter 251 Unternehmen des produzierenden Gewerbes heraus. Die Anzahl der Unternehmen, die in den letzten zwei Jahren konkrete Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt haben, stieg zudem deutlich um 10 Prozent auf jetzt 68 Prozent an.

Energieefizienz: Trend wird sich fortsetzen

Die Studie ergibt auch, dass dieser positive Trend in den nächsten Jahren anhalten wird. Zwei von drei Unternehmen gaben an, dass sie in den kommenden 24 Monaten weiter in spezielle Energieeffizienzmaßnahmen investieren wollen. Der Mittelstand ist allerdings teilweise noch etwas zurückhaltend, wenn es darum geht, Energieeffizienzmaßnahmen zu finanzieren. Zu groß ist Scheu vor hohen Kosten, obwohl sich diese in der Regel schon innerhalb nur weniger Jahre bezahlt machen.

Die Einsparpotenziale sind zudem sehr enorm. Ein Beispiel: Bei einer Umstellung auf Druckluft- und Pumpenanwendungen können bis zu 50 Prozent an Energiekosten eingespart werden. Ähnlich gute Ergebnisse können bei der Nutzung von modernen LED-Beleuchtung oder neuester Kommunikations- und Informationstechnik erzielt werden.

Energieeffizienz: So kann optimiert werden

Oft sind sehr hohe Energiekosten jedoch auch ein hausgemachtes Problem: Vielen Unternehmern ist nicht bewusst, an welchen Stellen im Betrieb sie überall Strom sparen können. Das Problem fängt bei einem angelassenen Licht nach Feierabend an und endet bei überholter Energiewirtschaft.Das Logistikunternehmen Simon Hegele ist daher schon seit Jahren dazu bereit im Dienste der Energieeffizienz kurzfristig zu investieren, um davon langfristig zu profitieren. „Hinsichtlich der Energieeffizienz will sich unser Unternehmen langfristig gut aufstellen“ “, sagt Konrad Martin, Abteilungsleiter EHSQ Methoden & Standards bei Simon Hegele. Bei der Planung neuer Logistikzentren soll künftig darauf geachtet werden, dass nur der neueste Stand der Technik verbaut wird.

Energieeffizienz durch „Greenbuilding“

Diese Logistikzentren sollen, wie auch schon das neueste, nach dem sogenannten Greenbuilding-Prinzip gebaut werden. „Es wird versucht, das Tageslicht so gut es geht auszunutzen. So kann auf unnötiges künstliches Licht oft verzichtet werden. Außerdem ist es in den Zentren möglich, Regenwasser selbst aufzubereiten und aufzufangen, um es beispielsweise für Toilettenspülungen wiederzuverwerten“, erklärt Martin.

Bei der Lichttechnik setzt das Unternehmen Simon Hegele nicht nur auf LEDs, sondern hat in den Logistikzentren auch Lichtsensoren verbaut, die die Anschaltzeit der jeweiligen Lichter steuern. „Es gibt noch weitere Lichtsensoren, die die Helligkeit des Leuchtmittels je nach Tageslicht automatisch anpassen. Ein Drittel aller Industriehallen werden mittlerweile mit dieser Technik ausgestattet. Mit solchen intelligenten Steuerungen kann ein Unternehmen im Jahr noch einmal bis zu 75 Prozent seiner Ausgaben für Licht reduzieren“, weiß Jörg Hornisch, Geschäftsführer von der „Wir sind heller“ GmbH.

Energiekonzept für mehr Energieeffizienz

Der Hemdenhersteller OLYMP hat beim Bau seines neuen Logistikzentrums auf ein komplettes Energiekonzept gesetzt, um die Energieeffizienz optimal auszuschöpfen. Durch ein dreigliedriges Wärmedämmsystem wird Energie aus der Erde für Heizzwecke nutzbar gemacht. In einem ersten Schritt, kann die Wärme, die beim Gebrauch der technischen Geräte entsteht, durch die Abwärmenutzung wiederverwertet werden.

Durch das Verfahren der Wärmerückgewinnung, wird bereits verbrauchte Wärme wieder in den Energiekreislauf eingeführt. Die verbauten Wärmepumpen haben eine ähnliche Funktion. Sonnenenergie wird zudem über eine Photovoltaikanlage nutzbar gemacht. Überschüssige Energie, in Form von Wärme und Kälte, speichert das Unternehmen in einem Sprinklertank. So ist das Logistikzentrum auch bei schlechtem Wetter mit erneuerbarer Energie versorgt. Dieses System kann bei einem Stromausfall alle wichtigen Geräte bis zu 40 Minuten weiter mit Strom versorgen. Und dadurch auch noch länger in Betrieb bleiben können.

Moderne Kraft-Wärme-Kopplung

Die Steinbeis Papier GmbH hat schon 1976 von einer energieintensiven Papierherstellung unter Nutzung von Primärfasern aus Holz auf eine ökologisch-integrierte Papierfabrikation auf der Basis von 100 Prozent Altpapier umgestellt. Heute benötigt das Unternehmen bis zu 72 Prozent weniger Energie zur Herstellung seiner Recyclingpapiere als herkömmliche Papierhersteller. Um diesen Wert zu erreichen, hat Steinbeis in den vergangenen zehn Jahren rund 300 Millionen Euro in energieeffiziente Anlagen und Technologien investiert. „Energie- und Ressourceneffizienz war für Steinbeis eine strategische Entscheidung, um in einer energie- und damit kostenintensiven Branche wie der Papierindustrie langfristig überleben und darüber hinaus ertragsorientiert produzieren zu können“, sagt Geschäftsführer Michael Söffge.

Vor rund drei Jahren nahm Steinbeis ein in den Unternehmensstandort integriertes Kraftwerk mit modernster Wirbelschichttechnologie und Kraft-Wärme-Kopplung zur Eigenerzeugung von Energie in Betrieb. Dieses Kraftwerk deckt heute 100 Prozent der benötigten thermischen Energie und rund 50 Prozent der elektrischen Energie des Unternehmens ab. Dadurch konnte die CO2-Emmission pro Tonne Papier im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent reduziert werden. Außerdem werden anfallende Reststoffe, wie zum Beispiel Papierschlamm oder Druckfarben, in dem Kraftwerk thermisch verwertet. Dadurch reduziert sich der Verbrauch des Unternehmens an fossilen Brennstoffen erheblich.

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