Montag, 12.06.2017
Im kommunikativen U wie Unternehmensnachfolge: Die „Allianz für den Mittelstand“ diskutierte zum Thema M&A.

Foto: Andreas Varnhorn

Im kommunikativen U wie Unternehmensnachfolge: Die „Allianz für den Mittelstand“ diskutierte zum Thema M&A.

Finanzierungsinitiative Mai 2018

Emotionen beim Exit

Eignet sich der Unternehmensverkauf als Nachfolgeregelung? Darüber diskutierte die „Allianz für den Mittelstand – die Finanzierungsinitiative.“

Bayer und Monsanto machen es für rund 60 Milliarden Euro gerade vor: Doch „Mergers and Acquisitions“ (also der Zusammenschluss und die Übernahme von Unternehmen; kurz: M&A) sind nicht nur eine Option für Großkonzerne. Auch im Mittelstandssegment spielen M&A-Transaktionen eine zunehmend zentrale Rolle bei der Entwicklung von Unternehmen.

Den Verkaufsprozess dabei soweit wie möglich zu entemotionalisieren, rät Thomas Sonntag, Geschäftsführer von Sonntag Corporate Finance, einer auf mittelständische Unternehmensverkäufe speziali­sierten M&A-Beratung. Zu oft werde nur im direkten Umfeld des Unternehmers, also bei Konkurrenten oder Geschäftspartnern, nach geeigneten Nachfolgern gesucht, findet Titus Walek, Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanz­lei Graf von Westphalen. Im Gespräch mit Unternehmern diskutieren sie auch über fehlende Visionen und steuerliche Aspekte.

Den gesamten Beitrag können Sie in unserem Login-Bereich kostenlos einsehen.

 

Ausschnitte aus der Diskussion:

„Das eigene Unternehmen zu verkaufen ist die emotionalste Entscheidung im Leben eines Unternehmers.Veräußere ich mein Unternehmen an jemanden, der das Geschäft nicht versteht oder im Anschluss an den Kauf massiv Stellen abbaut, kann ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.“

Karl Heinz Einhäuser ist Geschäftsführer von Viba Sweets.

„Das Schlimmste, was einem Unternehmen passieren kann, ist, dass die Nachfolgefrage immer weiter aufgeschoben wird, weil die gefühlte soziale Verantwortung zum Beispiel einen möglichen Verkauf und den Einstieg bestimmter Investorengruppen ausschließt.“

Thomas Sonntag ist Geschäftsführer von Sonntag Corporate Finance.

„In der Legal Due Diligence, also in der rechtlichen Prüfung des zu verkaufenden Unternehmens, treten selten Probleme auf, die nicht vor Durchführung des Verkaufs überwunden oder durch vertragliche Regelungen angemessen berücksichtigt werden können. Auf menschlich-emotionaler Ebene aber kann gerade bei Nachfolgeregelungen bis zur Unterzeichnung immer noch etwas dazwischenkommen.“

Titus Walek ist Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei Graf von Westphalen.

„Der Bereich Steuern sollte im Transaktionsprozess nur eine dienende, aber keine treibende Funktion haben. Eine Unternehmenstransaktion allein aus steuerlichen Gründen durchzuführen ist selten der wirtschaftlich vernünftige Weg.“

Christian Kühner ist Rechtsanwalt bei der Steuerkanzlei Taxius.

„Deutschen Unternehmern fehlt manchmal die Vision, wie ihre Unternehmen richtig groß werden können. Gewisse Wachstumssprünge kann man aus eigener Kraft nur sehr schwer realisieren. Da kann es sinnvoll sein, Venture Capital oder Private Equity an Bord zu holen und dem Unternehmen so Managementkompetenzen und Perspektiven zu geben.“

Florian Brokamp ist Geschäftsführer von Gewerbeversicherung24.