Freitag, 23.12.2016
Offener Austausch: Bei der Allianz für den Mittelstand – die Finanzierungsinitiative diskutierten Unternehmer mit Finanzierern Möglichkeiten des Risikomanagements. Bildquelle aller Fotos: Andreas Klehm

Fotos: Andreas Klehm

Offener Austausch: Bei der Allianz für den Mittelstand – die Finanzierungsinitiative diskutierten Unternehmer mit Finanzierern Möglichkeiten des Risikomanagements.

Finanzierungsinitiative November 2016

Erfahrung und Bauchgefühl

Risikomanagement ist elementar. Worauf Unternehmer dabei im Detail achten müssen, diskutierte die „Allianz für den Mittelstand – die Finanzierungsinitiative“.

Lieferantenausfall, neue gesetzliche Regularien oder sich ändernde Marktbedingungen: Beim Risikomanagement müssen Unternehmer sämtliche Bereiche ihres Geschäfts ständig im Blick behalten. Alle Risiken müssen sie früh durchdenken und systematische Vorkehrungen treffen – weit bevor der akute Vorfall zum Handeln zwingt.

Da es eine umfangreiche Bewertungen voraussetzt, muss das Risikomanagement beim Geschäftsführer angesiedelt sein, dessen waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde einig. Auch weil nicht bei allen Risiken eine finanzielle Absicherung lohnt, meint Godelef Kühl, Geschäftsführer von Godesys. Elementare Voraussetzung dafür, die Risikoklassen unterscheiden zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachabteilungen wie Vertrieb und Einkauf, rät Leonhard Nossol, Geschäftsführer der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal. Im Gespräch mit Bankvertretern spielten sie typische Szenarien durch.

 

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Ausschnitte aus der Diskussion:

"Risikomanagement bedeutet ja nicht, das gesamte Geschäft durch Versicherungen abzudecken. Risiken gehören zum Unternehmertum einfach dazu. Man muss sie bewerten und beobachten, ja. Aber manche Unsicherheiten muss ich eingehen, sonst komme ich nicht weiter, und jede Innovation erstickt im Keim."

 

Godelef Kühl ist Geschäftsführer des Software-Entwicklers Godesys.

"Wenn wir nach unserer Untersuchung Risiken erkennen, bauen wir konsequent Geschäftsbeziehungen zurück, bevor der Schadensfall eintritt. Unsere Wettbewerber behalten wir auch im Blick. Denn wenn einer von ihnen schwächelt und Personal abbauen muss, können wir möglicherweise erfahrene Fachkräfte für uns gewinnen."

Leonhard Nossol ist Geschäftsführer der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal.

"Generell setzen sich auch Mittelständler mit dem Thema Risikomanagement auseinander. Und es wäre eine Mär zu behaupten, dass nur große Unternehmen ihr Risiko ordentlich managen könnten. Kleine Firmen kennen meist die Risiken, die ihr Geschäft potentiell bedrohen. Deren Risikospannbreite ist naturgemäß geringer, daher können sie sogar besser den Überblick behalten."

Hans-Jörg Heidtkamp ist Leiter des Firmenkundengeschäfts bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

"Es wäre meiner Meinung nach unprofessionell, das Risikomanagement jemand anderem zu übertragen als dem Geschäftsführer. Die Risikogeschäftspolitik zu entwerfen und festzulegen, in welchem Rahmen die Unsicherheiten gemanagt werden sollen, kann kein Buchhalter oder Verkaufsleiter übernehmen. Er hat nicht alle Bereiche im Blick und kann in der Regel die Tragweite nicht einschätzen."

Christian Mielke ist Leiter Zins- und Währungsmanagement Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank.