Mittwoch, 22.02.2017
Engagierte Diskussion in großer Runde: Bei der „Allianz für den Mittelstand – die IT-Allianz“ berichteten die Teilnehmer, welche IT-Projekte sie abgeschlossen haben und wo sie die wichtigsten Bereiche ihrer IT-Investitionen sehen.

Fotos: Andreas Varnhorn

Engagierte Diskussion in großer Runde: Bei der „Allianz für den Mittelstand – die IT-Allianz“ berichteten die Teilnehmer, welche IT-Projekte sie abgeschlossen haben und wo sie die wichtigsten Bereiche ihrer IT-Investitionen sehen.

IT-INITIATIVE NOVEMBER 2016

IT-Leiter oder CDO?

Bei der „Allianz für den Mittelstand – die IT-Allianz“ tauschten sich Unternehmer und Anbieter über die Trends und Tendenzen der Branche aus.

Investitionen in die Informationstechnologie sind für mittelständische Unternehmen immer ein finanzieller Kraftakt. Doch selbst wenn das Kapital zur Verfügung steht, ist es oft nicht einfach, die richtigen Fachkräfte zu finden. Bei der Infrastruktur zeigt sich eine deutliche Tendenz zu Cloudlösungen, in die besonders die nicht geschäftskritischen Bereiche wie Buchhaltung oder Mailsysteme wandern.

Die IT vor Ort zu behalten, ist anderen Unternehmern wichtig, wie sie im Gespräch mit IT-Anbietern betonen. Der Automatisierungsgrad in der Herstellung soll so weit erhöht werden, dass jeder einzelne Fertigungsschritt digital abgebildet werden kann. Die Daten aus Produktionsplanung und Warenwirtschaft werden auf diese Weise in Echtzeit einsehbar, und Geschäftsführer behalten den Überblick darüber, ob alle Maschinen einsatzbereit sind, und was, wo und in welchem Volumen produziert wird.

 

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Ausschnitte aus der Diskussion:

„Den Betrieb von Mailservices, Spam-Filtering und IP-Telefonie haben wir in die Cloud migriert. Hierdurch können sich unsere Entwickler auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, statt ihre Zeit mit der Administration von IT-Systemen zu verbringen. Auch unser Buchhaltungssystem ist inzwischen Cloud-basiert, hier war jedoch die standort- und medienunabhängige Zusammenarbeit der Grund für die Migration.“

Gunnar Lieb ist Geschäftsführer des IT-Unternehmens Akitogo Internet and Media

„Eine Zeit lang haben wir auch mit externen Fachkräften zusammengearbeitet. Aber es hat sich gezeigt, dass da der administrative Aufwand einfach zu hoch und die Qualität zu niedrig ist. Meine Erfahrung: Mittelständische Unternehmen sollten unbedingt ihr eigenes IT-Know-how aufbauen oder zumindest langfristig mit denselben Partnern arbeiten.“

Florian Brokamp ist Geschäftsführer von Gewerbeversicherung24 Vergleichsportal

„Die Bandbreite bei den IT-Investitionen mittelständischer Unternehmen ist sehr groß. So fordern viele Unternehmen digitale Prozesse, schieben dann aber die Einführung neuer Technologien oft wie eine Bugwelle vor sich her. Sie sind noch zu wenig experimentierfreudig. Es geht für viele Firmen noch darum, ihre Rolle zu finden als Digital Leader, Transformer oder Follower.“

Carlos Frischmuth ist Director Contracting und Leiter der Hauptstadtrepräsentanz von Hays

„Technisch gesehen ginge in den Unternehmen in Sachen Vernetzung und elektronischer Datenaustausch sicherlich sogar noch mehr. Aber häufig schränken gesetzliche Regeln und zu viel Bürokratie die Handlungsfreiheit ein. Dies bremst die mittelständische Innovationspower häufig unnötig aus.“

Rainer Downar ist CEO bei Sage Software

„Das Business-Activity-Monitoring ist tatsächlich ein großer Trend. Dazu gehört auch ein MES. Die Einführung dieses Produktionsleitsystem bereiten wir derzeit vor. Vom kommenden Jahr an wollen wir damit jeden einzelnen Fertigungsschritt digital abbilden. Alle Prozessdaten, wie etwa die Zykluszeit, die Dauer der Produktionsabläufe oder der Materialverbrauch, fließen in das Produktionsleitsystem ein.“

Heiko Piossek Geschäftsführer bei Eisenmann Druckguss

„Grundsätzlich kann man sagen: Die Auslagerung der IT zu Spezialisten bringt Vorteile bei den Kosten, weil im Unternehmen keine Hardware angeschafft werden muss, und Vorteile bei der Sicherheit, etwa die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung und zum Datenzugriff (GoBD) einzuhalten.“

Mathias Reinecke ist Senior Product Marketing Manager Cloud Solutions bei Exact Software Germany

„Bisher war IT lediglich ein Kostenfaktor – irgendwo hinter Personal und Mieten angesiedelt. Jetzt wird gesagt: Das ist ein Produktionsfaktor. Für viele Mittelständler ist das ein echter Paradigmenwechsel. Da stellt sich für die Unternehmen die Frage, wie man das eigentlich intern gelöst bekommt.”

Klaus Brisch ist Partner, Certified Attorney in Information Technology, bei der Kanzlei DWF

„In der Lernfabrik stellen wir ganz handfeste Produkte her – nämlich Pneumatikzylinder. Außerdem demonstrieren wir unseren Besuchern konkrete Methoden, wie sich etwa die Kennzahlen vom Shopfloor in Echtzeit ermitteln lassen – und was man daraus für die laufende Produktion ablesen kann. Fach- und Führungskräften aus dem produzierenden Gewerbe wollen wir auf diese Weise Ideen vermitteln.“

Siri Adolph ist Geschäftsführerin des Mittelstand-4.0-Kompetenzentrums Darmstadt an der TU Darmstadt