Dienstag, 05.07.2016
Bei der IT-Allianz von „Markt und Mittelstand“ diskutierten Unternehmer und IT-Anbieter über die Bedeutung der Digitalisierung für Mittelständler.

Fotos: Andreas Varnhorn

Bei der IT-Allianz von „Markt und Mittelstand“ diskutierten Unternehmer und IT-Anbieter über die Bedeutung der Digitalisierung für Mittelständler.

IT-Allianz Markt und Mittelstand

„Digitalisierung wird riesige Wachstumsschübe auslösen“

Bei der IT-Allianz von „Markt und Mittelstand“ diskutieren Unternehmer und IT-Anbieter wie mittelständische Unternehmen die Systeme in der IT-Technologie zusammenbringen.

Die Digitalisierung erfasst mittelständische Unternehmen in unterschiedlichem Tempo. Ein Grund dafür ist die Kostenhürde. Außerdem haben die Firmen von diesem Prozess unterschiedliche Vorstellungen. Doch von diesem Verständnis hängt ihre Bereitschaft ab, inwieweit sie neue vernetzte IT-Systeme in der eigenen Organisation und in der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten einsetzen wollen. Vor allem bei Fertigungsunternehmen ist es ein großes Thema, Software und Produktion zu verbinden.

Einige Unternehmensvertreter in der Diskussionsrunde sind bereits auf einem guten Weg. Eine durchgehende Verbindung von ERP- und MES-Systemen soll durch Schnittstellen die Insellösungen in der Unternehmensorganisation zusammenbringen. Die Umstellung erfolgt schrittweise. So wird im ersten Durchgang der Versand vom Wareneingang bis zum Warenausgang digitalisiert. Eine eigenentwickelte Modellfabrik ergänzt das Konzept. Im Gespräch mit IT-Anbietern diskutierten sie Vor- und Nachteile.
Nur die Schnittstellen zählen

 

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Ausschnitte aus der Diskussion:

„Die Anbieter sind doch mit Schnittstellenproblemen bei heterogenen Strukturen überfordert. Die Softwarehersteller denken nur in ihrer Welt, sie können nicht verstehen, wie in produzierenden Unternehmen übergreifend gearbeitet wird. Die Bereitschaft, hier zu unterstützen, ist bei Softwareunternehmen nur bedingt vorhanden.“

Stephan Kegelmann, Geschäftsführer von Kegelmann Technik

„Tatsächlich fehlen uns auch Schnittstellen zu ERP oder MES, da sind aber die Kosten und die Manpower das Problem. Wir können nicht wie ein Konzern vorgehen. Drei Mitarbeiter kümmern sich nach und nach um die Verbindung der Insellösungen.“

Horst Maywald, Geschäftsbereichsleiter Arbeitsplatzsysteme bei Elabo

„Wir sind mit der ERP-Einführung seit eineinhalb Jahren beschäftigt. Die Implementierung eines ERP-Systems ist – gerade bei einem Leistungsumfang, wie ihn unsere Unternehmensgruppe erfordert – nur mit Unterstützung eines erfahrenen IT-Dienstleisters möglich. Jeder Unternehmensbereich der Datacenter-Group agiert unterschiedlich und doch innerhalb der Group verzahnt.“

Thomas Herick, Leiter Finanz- und Personal bei der DC-Datacenter-Group

„Viele mittelständische Unternehmen sind schon weiter, als es sich die Hersteller von Unternehmenssoftware vorstellen können. Allerdings gilt auch: Die Digitalisierung wird riesige Wachstumsschübe auslösen, so dass noch sehr viel passieren wird. Start-ups haben hier sicherlich Vorteile vor langjährig etablierten Mittelständlern, die gewachsene und daher komplexere Strukturen digitalisieren müssen.“

Rainer Downar ist CEO bei Sage Software

„Digitalisierung ist für uns vor allem Big Data, das ist ein anderer Ansatz als bei mittelständischen Unternehmen, die darunter häufig eine ERP-Einführung verstehen. Uns geht es darum, durch Advanced Analytics neue Erkenntnisse für unsere Geschäftsabläufe zu gewinnen.“

Arne Beckhaus, Head of Big Data, Continental, Division Chassis & Safety

„Eine mangelnde Organisation löst Hektik aus, ist kontraproduktiv und verursacht unnötige Kosten. Das wird durch die Digitalisierung verändert. Dann steht beispielsweise im Rechnungswesen jedem das benötigte Wissen in Form zuverlässiger Daten zur Verfügung.“

Michael Friemel, Vorstandsvorsitzender des Softwareherstellers CSS

„Die Unternehmen haben jetzt vor allem Bedarf, Ordnung in das digitale Chaos zu bringen. Wenn beispielsweise ein Maschinenbauer bereits Pläne, die Kundenkommunikation und die Fertigung digitalisiert hat, dann ist noch lange nicht sichergestellt, dass diese Informationen zusammengeführt werden.”

Gregor Wolf, Chief Operating Officer bei Optimal Systems

„Hochverfügbare Server können oder wollen sich mittelständische Unternehmen inhouse nicht mehr leisten, da ist eine Servicelösung per Cloud besser. Dabei ist auch das Risiko durch die monatliche Kündbarkeit und die wiederkehrenden monatlichen Kosten für die Unternehmen überschaubar.“

Mathias Reinecke, Senior Product Marketing Manager Cloud Solutions bei Exact Software