Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Finanzierung > Globale Preisentwicklung

Ifo-Studie: Fachleute erwarten konstant hohe Inflation

| Markt und Mittelstand Redaktion

Wer sich niedrigere Zinssätze wünscht, wird diese Meldung nicht mögen: Ökonomen weltweit erwarten ein anhaltend hohes Niveau der Inflationsraten. Wie Deutschland im Vergleich dasteht.

Prozentzeichen in Rot
Deutschland trotzt globaler Teuerung: Prognose für Inflation 2025 nur bei 2,4 %. (Foto: shutterstock)

Die globale Inflation wird sich nach Einschätzung von Ökonomen auf erhöhtem Niveau stabilisieren. Für 2025 rechnen Wirtschaftsexperten mit einer weltweiten Inflationsrate von durchschnittlich 4,0 Prozent, wie aus dem aktuellen Economic Experts Survey des ifo Instituts hervorgeht. Diese Prognose entspricht den Erwartungen aus dem Vorquartal und deutet auf eine Verfestigung des Preisniveaus hin.

„Die Inflationserwartungen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert – sowohl kurzfristig als auch mit Blick auf die kommenden Jahre", erklärt ifo Forscher Philipp Heil. Die Umfrage unter 1340 Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus 121 Ländern zeigt eine anhaltende Inflationsdynamik, die sich auch mittelfristig kaum abschwächen dürfte.

Handelskonflikte als Preistreiber

Als wesentlichen Treiber der Inflation identifizieren die befragten Experten die aktuellen Handelskonflikte und Importzölle. Besonders deutlich wird dies bei den Prognosen für die USA, wo die Ökonomen einen Anstieg der Inflation von 3,1 Prozent in diesem Jahr auf 3,7 Prozent im nächsten Jahr erwarten. Die am häufigsten genannte Erklärung für diese Entwicklung sind die von der amerikanischen Regierung verhängten Zölle auf Importe.  

Die langfristigen Inflationserwartungen bleiben ebenfalls auf erhöhtem Niveau. Für 2026 rechnen die Befragten mit einem globalen Durchschnittswert von 3,9 Prozent, für 2028 mit 3,7 Prozent. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Rückkehr zu niedrigeren Inflationsraten länger dauern könnte als zunächst angenommen.

Deutliche regionale Unterschiede

Die Inflationserwartungen variieren erheblich zwischen den Weltregionen. Während Westeuropa mit prognostizierten 1,8 Prozent für 2025 sogar unter dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegt, sieht die Situation in anderen Regionen deutlich angespannter aus. In Osteuropa und asiatischen Ländern erwarten die Experten höhere Inflationsraten.

Deutschland nimmt eine Mittelposition ein. Die Erwartungen für die deutsche Inflation sind über die nächsten Jahre stabil bei 2,4 Prozent für 2025 und 2,3 Prozent für 2026 und 2028. Diese Werte liegen nur leicht über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank und deuten auf eine vergleichsweise moderate Preisentwicklung hin.

Am dramatischsten stellt sich die Lage in weiten Teilen Afrikas dar. Hier erwarten die Ökonomen teilweise Inflationsraten von über 20 Prozent, was erhebliche wirtschaftliche und soziale Verwerfungen nach sich ziehen dürfte.

Fakten kompakt: Globale Inflationserwartungen

Die aktuelle ifo-Umfrage liefert einen umfassenden Überblick über die erwartete Preisentwicklung weltweit:

  • In Westeuropa liegen die Prognosen bei nur 1,8 Prozent, also unterhalb des EZB-Ziels.

  • In Osteuropa und weiten Teilen Asiens werden deutlich höhere Raten erwartet.

  • In den USA rechnen die Experten für 2025 mit 3,1 Prozent und für 2026 mit einem Anstieg auf 3,7 Prozent – ein Effekt der von Washington verhängten Importzölle.

  • In Afrika werden die höchsten Werte prognostiziert, in einigen Ländern über 20 Prozent.

  • Die globale Inflationsrate wird für 2025 auf durchschnittlich 4,0 Prozent prognostiziert.

  • In Deutschland erwarten Experten für 2025 eine Inflationsrate von 2,4 Prozent.

  • Preistreiber: Handelskonflikte und Importzölle

Bleiben Sie auf dem Laufenden, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie immer die neuesten Nachrichten und Analysen direkt in Ihren Posteingang.

Ähnliche Artikel