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Von Yuan bis Dollar: Wie KMU mit iBanFirst internationale Zahlungen abwickeln

| Markt und Mittelstand Redaktion

Überweisungen ins Ausland sind für kleine und mittlere Unternehmen oft teuer, langsam und intransparent. Der Finanzdienstleister iBanFirst will das ändern.

(Foto: shutterstock)

Das belgische Unternehmen iBanFirst bietet eine einfache Plattform für Zahlungen in Fremdwährungen. Selbst Lieferanten in China erhalten ihr Geld binnen Stunden.  

30.09.2025  Markt und Mittelstand 

Mal eben schnell den chinesischen Lieferanten bezahlen? Und wann kommt das Geld für die Maschine, die nach Südafrika geliefert wurde? Wer Waren aus Asien kauft oder Kunden in aller Welt hat, weiß um die Schwierigkeiten mit Überweisungen ins Ausland. Oft sind sie teuer und dauern lange. Hinzukommen die Schwankungen der Wechselkurse. Große Konzerne können sich Experten leisten, die sich darum kümmern, Geldflüsse in ausländischen Währungen zu steuern, aber kleine und mittlere Unternehmen in der Regel nicht. Ihnen helfen Spezialisten wie Ibanfirst. 

Das Unternehmen bietet über eine Plattform Auslandsüberweisungen an, in Euro und mehr als 30 anderen Währungen. Darunter sind die gängigen wie Dollar, Franken, Pfund, Yen und Yuan, aber auch der thailändische Baht, australische Dollar, dubaiische Dirham, saudische Riyal, türkische Lira und polnische Zloty.

„Unsere Mehrwerte sind vor allem Tempo und Transparenz“, sagt Besart Shala, Deutschland-Chef von iBanFirst. „Wir sind deutlich schneller als Auslandsüberweisungen bei klassischen Banken. Ein chinesischer Empfänger hat zum Beispiel in der Regel nach sechs bis acht Stunden sein Geld, nicht erst nach Tagen.“ 

Die Plattform läuft über das Internet. Kunden müssen zunächst ein Konto bei iBanFirst eröffnen, Geld einzahlen und können dann mit wenigen Mausklicks Währungskonten etwa in Yuan, Riyal oder Dollar eröffnen, die binnen ein paar Minuten zur Verfügung stehen. Auch Geldeingänge in unterschiedlichen Währungen sind möglich. Eine Übersicht zeigt die letzten Ausgaben und Einnahmen mit Einzelheiten zu Sendern und Empfängern an. Um eine Rechnung zu bezahlen, wählt der Kunde den Namen des Empfängers, das Konto, von dem aus bezahlt werden soll (etwa das Euro-Konto oder das Yuan-Konto), und in welcher Währung (etwa in Yuan), trägt den Verwendungszweck ein – alles wie bei normalen Überweisungen. Dann kommt noch die E-Mail des Empfängerunternehmens hinzu. Wichtig, damit es die Bezahlung verfolgen kann. „Unser Paymenttracker zeigt Empfänger und Absender live, wo das Geld gerade ist“, sagt Shala. „Das ähnelt den Trackern beim Paketversand.“ 

Ich vergleiche unser Angebot und das klassischer Banken gern mit Uber und Taxi.

Besart Shala, Deutschland-Chef iBanFirst

Bevor die Überweisung freigegeben wird, erscheint noch eine Übersicht über die Kosten: Umrechnungskurse, Bearbeitungsgebühr. Ein Klick, und das Geld ist unterwegs. Im Tracker lässt sich verfolgen, wann das Geld bei welcher Bank ein- und wieder ausgegangen ist.

Ibanfirst arbeitet in Europa mit namhaften Bankpartnern zusammen, über die die Währungsgeschäfte laufen. Bei Auslandsüberweisungen sind zudem üblicherweise noch weitere Banken eingebunden. Auch einige Tricks verrät Ibanfirst den Kunden, etwa, wann die beste Zeit ist, Geld in bestimmte Länder zu überweisen. So sollten Rechnungen in China vor 11.30 Uhr beglichen werden – wegen der Zeitverschiebung kann es danach etwas länger dauern. 

Ibanfirst bietet neben Überweisungen und Währungskonten auch Devisentermingeschäfte an, über die sich Unternehmen Kurse heute für später sichern können. Devisenspekulationen sind nicht möglich, schließlich geht es um einfacheres Bezahlen und Empfangen. Bei den Kosten sieht Shala das Unternehmen gut aufgestellt: „Ein Konto bei uns zu eröffnen, kostet nichts. Wir nehmen eine Gebühr von fünf Euro je Transaktion.“ Was ihm besonders wichtig ist: Für jeden Ibanfirst-Kunden ist ein Accountmanager zuständig, der auch erreichbar sein soll, wenn zum Beispiel ein technisches Problem auftaucht. 

Die Zielgruppe fasst Deutschland-Chef Shala recht weit. „Wir sind interessant für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Fremdwährungsvolumen von 200.000 bis 100 Millionen Euro“, sagt er. „Ich vergleiche unser Angebot und das klassischer Banken gern mit Uber und Taxi. Bei einem Taxi wissen sie erst hinterher, welche Strecke es gefahren ist, wie lange es dauerte und was es kostet. Bei Uber ist das alles schon vorher bekannt.“ 

Pierre-Antoine Dusoulier gründete Ibanfirst 2016 in Brüssel, weil ihm Auslandsüberweisungen zu umständlich und teuer waren. Das Unternehmen ist ein Finanzdienstleister, keine Vollbank. Es darf also keine Kredite vergeben, wird aber reguliert. Aufsichtsbehörde ist die belgische Nationalbank. Auf dem deutschen Markt ist Ibanfirst seit 2021, hat Standorte in Düsseldorf und München und wächst nach eigener Aussage stark. Der Gründer ist immer noch dabei, größter Anteilseigner des Unternehmens ist der Finanzinvestor Malin Equity Partners aus den USA. 

Faktenbox: iBanFirst

  • Gründung: 2016 in Brüssel durch Pierre-Antoine Dusoulier
  • Geschäftsmodell: Plattform für Zahlungen in Fremdwährungen (kein Kreditgeschäft, keine Vollbank)

  • Aufsicht: Reguliert durch die Belgische Nationalbank

  • Standorte in Deutschland: Düsseldorf und München (Markteintritt 2021)

  • Währungen: Überweisungen in Euro und mehr als 30 weiteren Währungen (u. a. Dollar, Pfund, Yen, Yuan, Baht, Riyal, Lira, Zloty)

  • Geschwindigkeit: Zahlungen nach China i. d. R. in 6–8 Stunden statt Tagen

  • Kosten: Kontoeröffnung kostenlos, Gebühr 5 Euro pro Transaktion

  • Zusatzservices:

    • Payment-Tracker (ähnlich Paketverfolgung)

    • Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung

    • Persönlicher Accountmanager für jeden Kunden

  • Zielgruppe: KMU mit Fremdwährungsvolumen zwischen 200.000 und 100 Mio. Euro jährlich

  • Investoren: Größter Anteilseigner ist Malin Equity Partners (USA)

  • https://de.ibanfirst.com

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