Mittwoch, 05.10.2022
Finanzierung
Start-ups

Auf die lange Bank geschoben

Mitarbeiter in Start-ups müssen weiter auf eine steuergünstige Kapitalbeteiligung an ihrem Unternehmen warten. Die von Finanzminister Christian Lindner angekündigten Maßnahmen liegen noch in der Schublade.

Mitarbeiter in Start-ups müssen weiter auf eine steuergünstige Kapitalbeteiligung an ihrem Unternehmen warten

picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Chefs und Mitarbeiter von Start-ups brauchen viel Geduld. Auch wenn es um Ankündigungen von Finanzminister Christian Linder (FDP) geht. Lindner erklärte vor zehn Monaten stilgerecht auf Twitter und LinkedIn: „In Deutschland werde ich die #Mitarbeiterkapitalbeteiligung im Vergleich zum Status quo deutlich verbessern. CL“

Im Februar 2022 verkündete er dann:  Deutschland wolle sich mit einer Milliarde Euro an einer Initiative mehrerer europäischer Länder zur Förderung sogenannter Scale-ups beteiligen. Viel zu oft wandere wertvolles Wissen bei Gründer-Unternehmen wegen finanzieller Nachteile hierzulande in andere Länder ab.

Dabei geht es unter anderem um den Zeitpunkt, an dem Gründer-Mitarbeiter ihre Unternehmensanteile versteuern müssen. Sie haben derzeit das Problem des "dry income“. Danach müssen Arbeitnehmer schon beim Bezug der Anteile Steuern zahlen, ohne dass sie zu dem Zeitpunkt daraus schon Kapital bekommen haben. Mit der Reform sollten sie beim Verkauf ihrer Anteile künftig auch mit einem vergünstigten Steuersatz rechnen können. Das kommende „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ werde es richten. Angekündigt wurde, den Steuerfreibetrag von 1.440 Euro auf 5.000 Euro anzuheben.

Auf Nachfrage beim Bundesfinanzministerium nannte dessen Sprecher keinen konkreten Zeitpunkt. Stattdessen verwies er auf die Europäische Union: „Die Gespräche auf europäischer Ebene dazu sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Ferner haben wir die dry-income-Problematik im Blick und wollen daher die Vorschriften zur aufgeschobenen Besteuerung der geldwerten Vorteile aus Vermögensbeteiligungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausweiten.“ Wann das passiert ließ der Sprecher jedoch offen.

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