Samstag, 29.03.2014
Frankfurt rechnet sich im Handel mit China-Währung Renminbi gute Chancen aus.

SeanPavonePhoto/ iStock / Thinkstock / Getty Images

Frankfurt rechnet sich im Handel mit China-Währung Renminbi gute Chancen aus.

Finanzierung
London als Handelsplatz steht

China-Währung: Renminbi-Handel kommt nach Frankfurt

Frankfurt wird zum ersten Handelsplatz von Chinas Währung in der Eurozone. In Europa wird der Renminbi-Handel außerdem noch in London möglich sein.


Ende März besucht der chinesische Staatspräsident Xi Jinping im Rahmen seiner ersten Europa-Reise Deutschland. Ziel war unter anderem die Auslotung engerer wirtschaftlicher Verbindungen zwischen den beiden Ländern. So haben die beiden Staatschefs Merkel und Xi Jinping insgesamt 18 Verträge zur umfangreichen wirtschaftlichen und strategischen Zusammenarbeit beider Länder unterschrieben.

Neben Berlin standen auch die Städte Düsseldorf und Frankfurt auf dem Programm. Düsseldorf erhält ein chinesisches Generalkonsulat. Bereits heute beherbergt die Stadt 169 chinesische Unternehmen.

Renminbi in Frankfurt: Dollar-Umweg fällt weg

Aber auch in Frankfurt war der Jubel über Xis Besuch groß. Die Finanzmetropole wird erste Clearing-Stelle für den Handel mit der chinesischen Währung Renminbi außerhalb Chinas. Zwar gibt es seit Oktober bereits eine Swap-Line zwischen der EZB und der People´s Bank of China für den Tausch von Renminbi und Euro, ein europäisches Clearing-Zentrum fehlt jedoch bislang. „Die langfristigen Wirtschaftsbeziehungen und die politische Stimmungslage zwischen den Partnerländern waren für die Standortwahl des RMB Clearing-Zentrums im Euroraum sicherlich entscheidend“, sagt Montgomery Ho, Stellvertretender CEO von HSBC China.

Damit werden künftig Geschäfte mit China auch für viele deutsche Mittelständler einfacher. Bislang mussten Euro zunächst in Dollar und danach in Renminbi getauscht werden. Dieser Zwischenschritt fällt künftig weg.

Der Renminbi ist bereits zur zweitwichtigsten Handelswährung aufgestiegen.

Der Renminbi ist bereits zur zweitwichtigsten Handelswährung aufgestiegen.

London für China erste Wahl

Unter Experten schon länger als fix galt außerdem London als außerchinesischer Handelsplatz für den Renminbi. Dieser soll nun ebenfalls bald eingerichtet werden. Auch hier wird ein entsprechendes Abkommen zwischen Xi und dem britischen Premier Cameron im Rahmen der Europa-Reise des chinesischen Staatschefs unterzeichnet. Somit wird es dann in Europa eine Clearing-Stelle innerhalb und eine außerhalb des Euro-Raums geben.

Mit diesen Absichtserklärungen möchte China möchte die Bedeutung des Renminbi auf den internationalen Finanzmärkten stärken. Mitte März hatte die Zentralbank den Weg für einen freien Handel des Renminbi mit dem neuseeländischen Dollar freigemacht. Diese Währung ist erst die sechste Devise, die direkt getauscht werden kann. „Seit Beginn der Internationalisierung vor fünf Jahren hat der Renminbi große Fortschritte auf dem Weg zur Weltwährung gemacht. Unsere Prognose lautet, dass der RMB bis 2017 voll konvertierbar ist“. sagt HSBC-Experte Montgomery Ho.