Montag, 29.07.2013
Finanzierung
Steuern

Deutschland hat die härtesten Steuer-Regeln in der EU

Fairer Wettbewerb sieht anders aus: In allen Ländern der EU gibt es mehr Steuervergünstigungen als in Deutschland. Die Steuer-Nachteile bedeuten vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen enorme Belastungen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit.

Deutschland ist das einzige Land innerhalb der EU, das seinen Unternehmen kaum Steuervergünstigungen bietet. Das ist das Ergebnis einer Studie des globalen Unternehmensnetzwerkes PricewaterhouseCoopers, die vom Bankenverbundes Association Vaudoise des Banques in Lausanne in Auftrag gegeben wurde. Genauer heißt das, dass alle EU- Mitgliedstaaten ihren Unternehmen in irgendeiner Weise helfen - nur Deutschland nicht: Hier gibt es kaum Ausnahmen bei den Steuern. Anders als andere Staaten glaube die Bundesregierung offenbar, dass die deutschen Unternehmen auch ohne Anreize erfolgreich sein können, schreibt das Internetportal „deutsche-wirtschafts-nachrichten.de“.  Sollte sich die Krise jedoch weiter verschärfen, könnte sich das als Trugschluss erweisen, denn die Lasten, die vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zu tragen haben, seien erheblich. Dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Staaten massiv eingeschränkt.

Geringe Steuer zum Vorteil von Unternehmen

Länder mit den niedrigsten Steuersätzen sind Bulgarien, Zypern, Irland, Lettland, Liechtenstein, Litauen und Portugal. Außerdem haben nahezu alle Mittelmeerstaaten Europas Steuervergünstigungen im Bereich der Schifffahrt: So erweist sich die „Tonnagesteuer“, die in 10 Ländern verwendet wird, als sehr vorteilhaft für Unternehmen. Die ist eigentlich keine Steuer, sondern eine pauschale Gewinnermittlungsart für Handelsschiffe auf Basis des Rauminhalts eines Schiffes. Sie werde, laut  „deutsche-wirtschafts-nachrichten.de“ zurzeit von der EU untersucht, da sie ein Grund für hohe Steuerausfälle in Krisenländern wie Griechenland sei.

Kaum Steuervergünstigungen in Deutschland

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland sind die sogenannten APAs (Advance Price Agreements). Das sind Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Steuerverwaltungen, welche unter anderem in Österreich, Litauen, Luxemburg, Frankreich, Polen, Rumänien, Großbritannien und Griechenland angewendet werden. Deutschland weist hingegen nur eine regional unterschiedliche Gewerbesteuer und eine privilegierte Steuer von Zinserträgen auf.

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