Dienstag, 26.07.2011
Finanzierung
Auslandsforderungen

EU-Kommission will den Einzug von Auslandsforderungen erleichtern

Die Europäische Kommission will mit einer neuen Verordnung dafür sorgen, dass Forderungen im Ausland genauso einfach eingetrieben werden können wie im Inland. Ein entsprechender Vorschlag wurde an das Europäische Parlament und den Rat der EU weitergeleitet.

Die Europäische Kommission will mit einer neuen Verordnung dafür sorgen, dass Forderungen im Ausland genauso einfach eingetrieben werden können wie im Inland. Ein Europäischer Beschluss zur vorläufigen Kontenpfändung soll es den Gläubigern künftig ermöglichen, den geschuldeten Betrag auf einem Schuldnerkonto sperren zu lassen, bis ein Gericht über die entsprechenden Forderungen entschieden hat. Der Vorschlag wird nun an innerhalb des weiteren Gesetzgebungsverfahrens an das Europäische Parlament und den Rat der EU weitergeleitet.

 

Umsatz geht verloren

Viele Mittelständler sehen sich bei der grenzüberschreitenden Eintreibung von Forderungen mit Schwierigkeiten konfrontiert: Die unterschiedlichen nationalen Rechtsvorschriften sind kompliziert, haben langwierige Verfahren zur Folge und verursachen enorme Kosten. Jährlich werden Forderungen in Höhe von bis zu 600 Millionen Euro abgeschrieben, weil sich die Unternehmen nicht auf kostspielige, undurchsichtige Rechtsstreitigkeiten in anderen Ländern einlassen wollen. „Aufgrund uneinbringlicher Forderungen gehen Unternehmen ca. 2,6 Prozent ihres Jahresumsatzes verloren“, bestätigt EU-Justizkommissarin Viviane Reding.

Alternative zur Eintreibung grenzüberschreitender Forderungen

 

 

Der Europäische Beschluss zur vorläufigen Kontenpfändung soll verhindern, dass Schuldner vor Erwirkung und Vollstreckung einer gerichtlichen Entscheidung Geld von ihrem Konto abheben oder ihr Vermögen beiseiteschaffen können. Damit der „Überraschungseffekt“ erhalten bleibt, wird der Beschluss ohne vorherige Anhörung des Schuldners erlassen. Er wird auf die Sicherung von Konten ausgerichtet sein, also lediglich die Sperrung von Schuldnerkonten bewirken, nicht aber die Auszahlung von Geld an Gläubiger gestatten.

Um das Geld tatsächlich zu erlangen, muss der Gläubiger nach dem innerstaatlichen Recht eine rechtskräftige Gerichtsentscheidung erwirken. Die nationalen Systeme zur vorläufigen Pfändung von Guthaben bleiben unverändert bestehen. Der Europäische Beschluss zur vorläufigen Kontenpfändung bietet Gläubigern aber eine Alternative bei der Eintreibung grenzüberschreitender Forderungen.

Quellen: Europäische Kommission, Markt und Mittelstand