Dienstag, 29.05.2012
Finanzierung
Unternehmensaussichten

CFOs: Eurokrise bremst Aussichten

Das Sorgenkind Euro und die Konjunkturkrise belasten auch weiterhin die Erwartungen der Finanzchefs. Es besteht zwar Grund für Optimismus, wie lange dieser anhält, bleibt aber fraglich.

Der aktuelle Deloitte-Report „Global CFO Signals“ bietet Anlass zur Hoffnung. In den meisten der 23 Länder, in denen Finanzvorstände befragt wurden, lässt sich im Vergleich zur letzten Erhebung ein Aufwärtstrend ausmachen. Dieser geht jedoch mit großer Skepsis über die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise sowie der Eurokrise einher. Sie belasten weiterhin die allmähliche Erholung von Unternehmen und Volkswirtschaften. Für Dr. Alexander Börsch, Leiter der Abteilung Research von Deloitte Deutschland, ist jedoch auffällig, dass die meisten CFOs „deutlich zuversichtlicher mit Blick auf die Entwicklung ihres Unternehmens als in Bezug auf die jeweilige Volkswirtschaft“ sind.

Fehlendes Vertrauen in die Euro-Zone in Deutschland

Doch wie schaut das Meinungsbild in den einzelnen Volkswirtschaften aus? In Deutschland empfindet die große Mehrheit der CFOs die aktuelle politisch-ökonomische Lage als instabil. Für 70 Prozent greifen die bisherigen Maßnahmen zur Eurorettung nicht ausreichend. Lediglich 28 Prozent der CFOs verzeichnen eine Verbesserung der Wirtschaftslage ihrer Unternehmen. Wegen des fehlenden Vertrauens in die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen wollen sich viele Finanzvorstände stärker auf das interne Wachstum ihrer Unternehmen konzentrieren.

Die westlichen Nachbarländer Deutschlands – Benelux, Dänemark, Österreich und Schweiz – eint ebenfalls ein verhaltener Optimismus. Jedoch trüben auch hier steigende Rohstoffpreise, ein starker Schweizer Franken sowie die fortwährende Angst vor Inflation die Zukunftsaussichten der Unternehmen.

Trotz Euro-Krise und nationaler Steuerpolitik sind polnische Geschäftsführer zuversichtlich und zunehmend risikofreudig. 70 Prozent der Befragten erwarten keine Verschlechterung der eigenen Unternehmenslage. In Tschechien ist dies lediglich bei 27 Prozent der Fall.

Auch global bereitet Konjunktur Sorge

Auch an den Wirtschaftsmächten China und Indien geht die Konjunkturflaute und die dementsprechend gesunkene Auslandsnachfrage nicht spurlos vorbei. Die chinesischen Unternehmen stimmt jedoch die Internationalisierung der chinesischen Währung Renmibi optimistisch. In Indien schätzen zudem vor allem kleinere Unternehmen ihre Wachstumsprognosen in den kommenden Monaten als positiv ein.

Unterschiedliche Auffassung von der Verwendung der Cash-Reserven
Trotz ähnlicher globaler Tendenzen haben die CFOs unterschiedliche Prioritäten bei der Verwendung der Cash-Reserven. „In Irland und Schweden sollen sie vornehmlich zum Schuldenabbau verwendet werden, während in Nordamerika und Osteuropa die Unternehmensliquidität priorisiert wird. Einzig in Belgien geht der Trend in Richtung Re-Investition.“, stellt Rolf Epstein von CFO-Services fest.

Quellen: Deloitte, Markt und Mittelstand

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