Donnerstag, 17.11.2011
Finanzierung
Finanzierung im Mittelstand

Herausforderungen bei Wachstumsfinanzierung

Um ihr Wachstum zu finanzieren, greifen Mittelständler verstärkt auf Finanzinvestoren und Mittelstandsanleihen zurück. Das ergab eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants. Durch die wohl anstehende Abkühlung der Konjunktur steht der Mittelstand weiterhin vor der Herausforderung der Wachstumsfinanzierung.

Um ihr Wachstum zu finanzieren, greifen Mittelständler vor allem auf Finanzinvestoren und Mittelstandsanleihen zurück. Das ergab die Studie “Herausforderungen für Unternehmen in der Wachstumsfinanzierung im aktuellen Marktumfeld” von Roland Berger Strategy Consultants. Durch die wohl anstehende Abkühlung der Konjunktur steht der Mittelstand weiterhin vor der Herausforderung der Wachstumsfinanzierung.

Mittelständler sind vorsichtig

„Wir beobachten im Moment eine Divergenz in den Wachstumserwartungen der Unternehmen”, erklärt Sascha Haghani, Partner von Roland Berger und Leiter des Competence Centers Corporate Finance. “Während viele Unternehmen eine skeptische Haltung gegenüber der Entwicklung der Gesamtwirtschaft haben, stehen sie dem eigenen Wachstum positiv gegenüber. Deutsche Unternehmen wollen weiter wachsen. Dafür brauchen sie die entsprechenden Finanzierungen und Strukturen.” Nach der vergangenen Krise steht bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente eine gute Absicherung im Vordergrund. Als Kriterien für die Auswahl geben 88 Prozent der Unternehmen niedrige Kosten und 87 Prozent ein geringes Risiko an. Rund 70 Prozent der Unternehmen sichern sich beispielsweise derzeit gegen Länderrisiken ab.

Potential bei Finanzierung durch Finanzinvestoren

Wachstumstreiber ist der Export. Um diesen zu stemmen, setzen die Unternehmen vor allem auf ihre Hausbanken. 65 Prozent der Unternehmen nutzen Hausbanken mit Niederlassungen im Ausland, denn das erleichtert ihnen den Zugang zu Finanzmitteln auch bei Auslandsinvestitionen.

Die Eigenkapitalfinanzierung durch Finanzinvestoren nimmt deutlich zu. 2010 sprachen sich rund 15 Prozent der Mittelständler dafür aus, sind es derzeit rund 80 Prozent. 55 Prozent bevorzugen eine Minderheitsbeteiligung. “Mittelständische Unternehmen möchten nur einen begrenzten Anteil ihres Unternehmens an Finanzinvestoren verkaufen. Denn sie möchten die Kontrolle über das eigene Unternehmen nicht verlieren”, erklärt Haghani. “Private Equity Investoren streben jedoch in der Regel eine Mehrheitsbeteiligung an. Hier besteht noch viel Potential auf beiden Seiten.”

Für die Studie wurden rund 1.200 deutsche Unternehmen befragt.

Quellen: Roland Berger, Markt und Mittelstand