Montag, 23.11.2015

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Ökonom Esser von der HSBC ist sicher, der China-Boom ist noch lange nicht vorbei. Mittelständler sollten vor allem im Pearl River Delta fündig werden.

Finanzierung
Pearl River Delta: Neue Wachstumsregion für Mittelständler

HSBC: Ende des China-Booms ist nicht in Sicht

China wird trotz der derzeitigen Konjunkturschwäche weiter kräftig wachsen. Das glaubt zumindest die HSBC. Auf der Suche nach neuen Wachstumsregionen lohnt für Mittelständler ein Blick auf das Pearl River Delta.

Das chinesische Wirtschaftswachstum hat zuletzt an Dynamik eingebüßt. In diesem Jahr könnten deutsche Unternehmen zum ersten Mal seit 1997 weniger Güter nach China exportieren als im Vorjahr. Von Januar bis September fielen die Ausfuhren in die Volksrepublik um rund drei Prozent auf knapp 54 Milliarden Euro, wie aus gerade veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Ökonom Bernhard Esser von der HSBC warnt aber vor Schwarzmalerei: „Ein Ende des China-Booms ist nicht in Sicht.“ Esser rechnet damit, dass die chinesische Wirtschaft auch von 2016 bis 2020 um mindestens 7,5 Prozent pro Jahr wachsen wird. Die chinesische Regierung strebt in ihrem neuen Fünfjahresplan mindestens 6,5 Prozent Wirtschaftswachstum pro Jahr an.

„China hat immer noch unglaublich viel Potential im Hinblick auf die Arbeitsproduktivität“, begründet Esser seine Einschätzung. Ihn stimmen vor allem die großen Investitionen in Bildung sowie Forschung und Entwicklung (F&E) positiv. China könnte bald die USA überholen als Land, das den höchsten Anteil am BIP in F&E investiert. „Entscheidend wird sein, die Wertschöpfungskette auszubauen“, so Esser.

Pearl River Delta ist größte urbane Region der Welt

Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten könnten deutsche Mittelständler vor allem im Pearl River Delta fündig werden. Das Einzugsgebiet umfasst die Megastädte Shenzhen, Guangzhou sowie Foshan und Dongguan – und ist damit seit kurzem das bevölkerungs- und flächenmäßig größte urbane Gebiet weltweit. Vor allem für den Dienstleistungssektor könnte das Pearl River Delta daher attraktiv sein.

„Wir rechnen damit, dass sich in der Region künftig mehr Unternehmen ansiedeln werden“, sagt Gabriele Schnell, Leiterin Cash Management und Zahlungsverkehr bei der HSBC in Deutschland. Dank der Nähe zu Hongkong und den guten Handelsbeziehungen mit ganz Asien ist das Gebiet aber auch für produzierende Unternehmen interessant.

Welche Liberalisierungen China derzeit im Hinblick auf den Renminbi vorantreibt, das lesen Sie bei unserem Schwestermagazin FINANCE.