Dienstag, 04.12.2018

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Kommt der harte Brexit? Der deutsche Mittelstand befürchtet einen wirtschaftlichen Abschwung.

Finanzierung
KfW-Mittelstandsbarometer

Mittelständische Unternehmen blicken weniger optimistisch in die Zukunft

Globale wirtschaftliche Risiken wie der Brexit oder der US-Protektionismus bereiten dem deutschen Mittelstand zunehmend Sorgen. Viele Unternehmen bewerten ihre Zukunft negativer als noch vor einem Monat – insgesamt bleiben sie dennoch optimistisch.

Nachdem im Oktober die wirtschaftliche Stimmung im Mittelstand, anders als bei Großunternehmen, trotz drohender Handelskriege nicht gesunken war, blickten die Mittelständler im November pessimistischer in die Zukunft. Das Geschäftsklima des KfW-Mittelstandsbarometers fällt um 3,4 Zähler auf 14,5 Saldenpunkte. Im langfristigen Vergleich ist aber auch dieser Wert ein sehr gutes Ergebnis. Das Geschäftsklima setzt sich aus dem Mittelwert aus aktueller Lagebeurteilung und den Geschäftserwartungen zusammen. Befragt werden für das Mittelstandsbarometer der staatlichen Förderbank rund 8.000 mittelständische Unternehmen. 

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Ihre derzeitige Lage beurteilen die Betriebe schlechter als noch im Oktober. Das aktuelle Niveau von 26,5 Saldenpunkten zählt aber weiterhin zu den höchsten Werten seit Beginn der Ermittlung durch die KfW im Januar 2005. Dies zeigt, dass die Binnennachfrage weiterhin auf einem hohen Niveau stabil ist. Der Wert der Geschäftslage errechnet sich durch die Differenz des Prozentanteils positiv gestimmter Unternehmer minus des Anteils pessimistischer Einschätzungen. Analog dazu ergibt sich auch der Wert der Geschäftserwartungen. Dieser ist im November stark gesunken und hat sich mehr als halbiert. Dennoch blicken die Unternehmen insgesamt optimistisch in die Zukunft. 

Keine Rezension in Sicht

Trotz der globalen Wirtschaftskrisen gehen die mittelständischen Unternehmen davon aus, höhere Preise auf den Märkten erzielen zu können. Das zeigt sich darin, dass der Preisindikator des Mittelstandsbarometers im November gestiegen ist. Offensichtlich ist die Auftragslage bei den Unternehmen gut. Bei den Exporterwartungen erreicht der verarbeitende Mittelstand sogar ein Jahreshoch.   

Dennoch dürften die fetten Jahre mit Realwachstumsraten von zwei Prozent und mehr vorbei sein. Eine Rezension droht jedoch offenbar nicht – jedenfalls nicht unmittelbar. Dafür sind nicht nur die Niveaus sämtlicher Indikatoren des Mittelstandsbarometers zu hoch, sondern auch die Auftragslage in wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Automobilindustrie zu gut. Für 2018 und 2019 prognostiziert die KfW ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,6 Prozent.