Freitag, 10.02.2012
Finanzierung
Mittelstandsanleihen

Neue Klassifizierung zeigt Risiken

Die Börse Stuttgart hat eine neue Risikoklassifizierung für Mittelstandsanleihen eingeführt. Investoren werden künftig über das jährliche Unternehmensrating hinaus zusätzliche Informationen zu den einzelnen Anleihen zur Verfügung gestellt, die wöchentlich aktualisiert werden.

„Das Instrument ermöglicht den Anlegern, das sich dynamisch verändernde Risiko einer Anleihe in regelmäßigen Abständen zu bewerten“, betont Sabine Traub, Leiterin der Primary Market Group der Börse Stuttgart. Doch die neue Transparenz deckt auch alte Probleme auf: 8 der 20 im Stuttgarter Mittelstandssegment BondM geführten Anleihen werden gemäß der neuen Risikoklassifizierung als spekulativ eingestuft. Das ist die risikobehaftetste der insgesamt fünf Risikoklassen. Die auf ein Jahr bemessene Ausfallwahrscheinlichkeit für einzelne Emittenten beträgt über 20 Prozent.


Die vom der zum Finanzdatenanbieter VWD gehörenden EDG AG vorgenommene Risikoeinstufung orientiert sich am sogenannten Value-at-Risk-Ansatz. Dieser gibt an, welcher Verlust mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit in einem fest definierten Zeitraum nicht überschritten wird.  Neben dem Ausfallrisiko fließen die Komponenten Zins- und Spreadrisiko in das Gesamtrisiko mit ein. Das standardisierte Rechenmodell ist in anderen Anlageklassen seit Jahren erprobt. Der Vergleich zeigt, dass Mittelstandsanleihen zum Teil deutlich höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten beinhalten als klassische Anleihen oder DAX-Werte.


Quelle: Deutsche Börse, Markt und Mittelstand
 

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