Montag, 26.08.2013
Die Unternehmen könnten so enorme Summen sparen, „weil für den selbst produzierten Strom weder Stromsteuer, noch EEG-Umlage oder Netzumlage gezahlt werden muss“.

Quelle: Verena N. / pixelio.de

Die Unternehmen könnten so enorme Summen sparen, „weil für den selbst produzierten Strom weder Stromsteuer, noch EEG-Umlage oder Netzumlage gezahlt werden muss“.

Finanzierung
Energiewende

Schutz vor EEG: Unternehmen produzieren Strom selbst

Viele Unternehmen setzen im Zusammenhang mit der Energiewende beim Strom auf Eigenversorgung. Mit dieser Umstellung wollen sie die Unabhängigkeit von der Energiepreisentwicklung erhöhen oder die Versorgungssicherheit gewährleisten. Es gibt jedoch einen entscheidenden Nachteil.

Deutsche Unternehmen, die es sich leisten können, setzen immer mehr auf Eigenproduktion in Sachen Stromversorgung. Denn mit der Eigenproduktion von Strom entkommen die Unternehmen nicht nur der Ökostrom-Umlage des EEG sondern zahlen auch keine Stromsteuer. Das berichtet „heise online“.  
Seit Anfang Juli ist auch Deutschlands größter Handelskonzern Metro auf die eigenen Blockheizkraftwerke für die Metro-Großmärkte in Düsseldorf und Berlin-Marienfelde umgestiegen. Mit der Eigenproduktion kann Metro alle Kosten einsparen, die mit Strom und Wärme in Verbindung stehen. Doch nicht nur Metro wagte diesen Schritt: Auch der Autobauer Daimler hat an mehreren Standorten eigene Blockheizkraftwerke gebaut: „Mit dem Ausbau der Eigenversorgung möchten wir auch die Versorgungssicherheit des Werkes erhöhen“, heißt es in Stuttgart.

Energiewende löste Angst vor Versorgungsengpässen aus

Laut Manuel Frondel, Energieexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat der Trend „massive Ausmaße“ angenommen. „Jeder, der kann, versucht dem System zu entkommen und baut eigene Kraftwerke.“ Die Unternehmen könnten so enorme Summen sparen, „weil für den selbst produzierten Strom weder Stromsteuer, noch EEG-Umlage oder Netzumlage gezahlt werden muss“. Grund für diese Entwicklung seinen die aufgrund der Energiewende entstandenen hohen Strompreise in Deutschland, wodurch für die deutschen Unternehmen immer wieder Wettbewerbsnachteile enstünden.

EEG-Umlage: Abgaben steigen für Nicht-Selbstversoger

Für ein einzelnes Unternehmen mag der Schritt zum eigenproduzierten Strom zwar vorteilhaft sein, im Zusammenhang mit der gesamten deutschen Wirtschaft könnte es jedoch für die anderen Unternehmen dadurch noch schwieriger werden, beispielsweise die EEG-Umlage zu bezahlen. "Die Verbraucher, die noch die volle EEG-Umlage bezahlen, werden immer weniger, damit steigt die Umlage für diese Gruppe", beschreibt Stephan Kohler, der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, das Problem. Das Geld, das die Unternehmen etwa bei der EEG-Umlage sparen, müssen die anderen Verbraucher zusätzlich zahlen. Deshalb geht  Frondel davon aus, dass der Staat bald eingreifen muss: „Die Politik kann nicht mehr lange zusehen, sonst steigen die Belastungen für die übrigen Verbraucher noch mehr“. Außerdem sei der Beitrag der neuen Firmenkraftwerke zur Versorgungssicherheit nach seiner Einschätzung ohnehin eher gering. Die Kraftwerke seien zu klein und allein damit kann man die Probleme nicht lösen, wenn in absehbarer Zeit große Kapazitäten wie Atomkraftwerke vom Markt gehen.