Montag, 01.08.2022
Finanzierung
Handel unter Druck

Stimmung der Verbraucher auf dem Tiefpunkt

Die Inflation belastet zunehmend die Stimmung der Verbraucher: Das Konsumbarometer des HDE fällt auf ein Rekordtief. Nach der Corona-Krise viele Einzelhändler in den Abgrund und müssen gleichzeitig selbst mit steigenden Preisen umgehen. Immerhin naht Hilfe.

Verbraucher-Stimmung sackt ab

Quelle: HDE

Die steigenden Lebenshaltungskosten haben die Kauflaune der Verbraucher verhagelt wie nie zuvor. Das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) hat einen historischen Tiefstwert erreicht – weit unter der Eintrübung während der Coronapandemie. Vor allem die Unsicherheiten in der Energieversorgung und dessen Preisentwicklung sorgt für eine deutliche Zurückhaltung der Kunden, so der Verband. Die Werte basieren auf einer Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffung- und Sparneigung, finanziellen Situation sowie anderen konsumrelevanten Faktoren. Im Mittelpunkt steht die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.
Der Handelsverband davon aus, dass die rund 300.000 Mitgliedunternehmen in nächster Zukunft es weiter mit Kunden zu tun bekommen werden, die auf jeden Cent achten. Die Verbraucher sind auch im täglichen Einkauf zurückhaltend geworden. Sie orientieren sich zunehmend an Sonderangeboten. So verzichtet jeder Dritte auf den Kauf von Bio-Produkten. Jeder Fünfte lässt die Erzeugnisse aus der Region im Regal liegen. Vor dem Ukraine-Krieg lagen diese Wert spürbar höher. Die Belastung der Kunden spiegelt sich auch im Sparverhalten der Verbraucher wider. So registrieren die Sparkassen, die traditionell vor alle Kunden mit kleineren einkommen haben, dass immer weniger Bürge in der Lage sind, Geld auf die hohe Kante zu legen.

Energiekosten belasten Konjunkturerwartung

Die hohen Energiekosten belasten zunehmend auch die Konjunkturerwartungen der Unternehmen. Entsprechend groß ist das Interesse an möglichen Sparmaßnahmen. Viele lassen sich tatsächlich schnell und effektiv umsetzen, teilt der HDE mit und verweist auf die Hinweise der Bundesregierung, die unter www.energiewechsel.de zusammengestellt sind. „Angesichts der aktuellen Energiepreissteigerungen und der drohenden Gasknappheit gilt es jetzt, alle noch vorhandenen Potentiale zu heben und in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Energieverbrauch noch weiter zu senken. Wir müssen es gemeinsam schaffen, noch effizienter und noch sparsamer zu werden – für den Klimaschutz sowie für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit für mehr Verlässlichkeit und Stabilität bei der Energieversorgung“, betont HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Sprechstunde zum Energiesparen

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) bietet in Zusammenarbeit mit den Verbänden den Betrieben zudem Informationen zu Sparmöglichkeiten an. Hierzu wurden Sprechstunden eingerichtet.  
Angesichts der trüben Verbraucherstimmung und der wieder steigenden Coronazahlen blickt der Handel sorgenvoll Richtung Herbst. Zusammen mit dem Zentralen Immobilien-Ausschuß (ZIA) wird die Bundesregierung gedrängt, wirksame Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung einzuleiten. „Der Sachverständigenausschuss der Bundesregierung hat Lockdowns und 2G/3G-Regelungen eine klare Absage erteilt. Eine Wiederholung der pauschalen Eindämmungsmaßnahmen der Vergangenheit würde zudem die weiterhin prekäre wirtschaftliche Lage weiter verschlimmern und vor allem die besonders betroffenen Branchen Handel, Hotellerie und Gastronomie massiv unter Druck setzen“, so die Verbände.

auk

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