Dienstag, 04.10.2022
Finanzierung
Gastbeitrag

Wenn KI-basierte Tools beim Liquiditätsmanagement unterstützen

KI-basierte Tools unterstützen Liquiditätsmanagement

Bild: Shutterstock

Nicht nur die Überwachung der Produktqualität ist für ein Unternehmen wesentlich, sondern auch die stetige Kontrolle der finanziellen Situation. Wo große Konzerne ganze Finanzabteilungen beschäftigen, um die Liquidität sicherzustellen, da stellt diese Aufgabe für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) eine echte Herausforderung dar. Viele Unternehmensführungen schenken dem Aufgabenfeld Liquiditätsmanagement noch nicht genügend Aufmerksamkeit. Innovative, inzwischen immer häufiger KI-basierte Technologie kann dabei helfen, die unternehmenseigenen Finanzen im Blick zu behalten.


Cash-Flow als wesentliche Komponente finanzieller Sicherheit

Die Entwicklung der eigenen Geldbestände im Blick zu behalten, möglichst in Echtzeit, gehört zu den Grundaufgaben jeder Unternehmensführung. Um sie zu erfüllen, kann man beispielsweise einen sogenannten Cash-Flow-Forecast verwenden, das ist ein intelligentes, KI-basiertes Tool, das dem nutzenden Unternehmen die Finanzplanung erleichtert sowie in optimiertes Liquiditätsmanagement ermöglicht.

 

Ein gut funktionierender Cash-Flow (Geldfluss) ist für jedes Unternehmen existentiell. Denn nur, wenn genug Finanzmittel für notwendige Zahlungen bereitstehen und die inländischen bzw. ausländischen Unternehmenskonten in einer Höhe gedeckt sind, dass es zu keinerlei Zahlungsverzögerungen oder Rückbuchungen kommt, bleibt das Unternehmen insgesamt liquide. Um hier eine gewissenhafte und vorausschauende Finanzplanung durchzuführen, bieten intelligente Tools die Möglichkeit, sich über Dashboards sämtliche Liquiditätskennzahlen anzeigen zu lassen und sie bei Bedarf zu steuern.

 

Durch Verwendung einer solchen „Schaltzentrale“ behält man hinsichtlich des Cash-Flows die Übersicht und kann z. B. Investoren ohne Zeitverzögerung Auskunft darüber geben, wie lange die Finanzmittel noch reichen oder in welchen Bereichen es eventuell Optimierungsbedarf gibt. Mittels eines Auto-Forecast ist es einem solchen Tool sogar möglich, eine Liquiditätsprognose zu erstellen und bereits bestehenden oder auch zukünftigen Liquiditätsbedarf zu ermitteln. Da dies digital und mithilfe intelligenter Eingabemöglichkeiten geschieht, gehören umständliche Excel-Modelltabellen der Vergangenheit an. Die Anpassung von Ein- oder Auszahlungen wird aggregiert bzw. auf Ebene der jeweiligen Transaktion durchgeführt.


Szenarien helfen bei Entscheidungen

Früher war kaum absehbar, wie sich eine unternehmerische Entscheidung auswirken würde, schon gar nicht auf die finanzielle Situation. Moderne Liquiditätsmanagement-Systeme sind hier inzwischen sehr viel weiter. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können entsprechende Tools verschiedenste Szenarien simulieren und die Folgen zeigen, die Entscheidungen der Unternehmensführung nach sich ziehen.

 

Dabei können die Konsequenzen eigener Entscheidungen (etwa der Aufbau neuer Produktlinien oder die Einstellung von Mitarbeitenden) ebenso simuliert werden, wie Folgen, die sich aus nicht beeinflussbaren, externen Faktoren (z. B. der Corona-Pandemie) ergeben. Zur besseren Einschätzung von Auswirkungen bieten intelligente Tools unter anderem sogenannte Sensitivitätsanalysen an, mit deren Hilfe sich schnell eine Einschätzung zu den Wirkungen von Maßnahmen vornehmen lässt. Zudem gibt es die Möglichkeit, unterschiedliche Szenarien miteinander zu vergleichen.


Zahlungen richtig terminieren, Zahlungsverhalten vorhersagen

Als Unternehmen kann man nur überleben, wenn man nicht nur Rechnungen von Kunden oder Geschäftspartnern eintreibt, sondern auch selbst möglichst zuverlässig und fristgerecht Zahlungen leistet. Dabei kann das aktive Management im Bereich Liquidität unterstützen. Moderne Tools bieten hier z. B. die Möglichkeit, an ein mögliches Skonto zu erinnern, sodass das Unternehmen Kosten spart.

 

Darüber hinaus können Liquiditätsmanagement-Systeme über ihre intelligenten Tools dafür sorgen, dass man stets den optimalen Zeitpunkt für die eigenen Zahlungen kennt und nutzt. Solche Tools sind sogar so weit entwickelt, dass sie testen können, wie sich Zahlungsausfälle von Kunden auf das Unternehmen auswirken würden. Zudem sind sie in der Lage, Trends im Zahlungsverhalten der Kunden zu identifizieren.


Einfache Integration minimiert den technischen und personellen Aufwand

Damit der Cash-Flow nicht gestört wird, ist es notwendig, dass Zahlungen nicht nur im eigenen Liquiditätsmanagement Beachtung finden, sondern auch rechtzeitig beim Empfänger eingehen. Um dies zu gewährleisten, kann man ein modernes Liquiditätsmanagement-System ohne jeden Setup-Aufwand mithilfe intelligenter APIs heute mit über 5.000 Banken und Geldinstituten direkt und vollkommen automatisiert verbinden. So erhält man den kontenübergreifend konsolidierten Zugriff auf alle relevanten Bank- und Rechnungsinformationen.

 

Um den automatischen Import aller offenen Forderungen und Verbindlichkeiten zu bewerkstelligen, braucht ein Unternehmen lediglich ein entsprechendes ERP (Enterprise Ressource Planning) zu integrieren. Um bei allem den Überblick über die Ausgaben nicht zu verlieren, können auch sogenannte Cash-Flow-Kategorisierungen genutzt werden. Sie lassen sich an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen. Um eine größtmögliche Effizienz und Transparenz zu gewährleisten, lassen sich mittels intelligenter Tools auch detaillierte Reportings für Investoren oder kreditgebende Banken erstellen und exportieren.

Autor

Niclas Storz ist Gründer und Geschäftsführer der Tidely GmbH, einer B2B Saas-Softwarelösung für das Liquiditätsmanagement von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMUs). Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit bei der Tidely GmbH ist Herr Storz für die Unternehmensberatung Storz, Manz & Partner tätig und berät Banken in digitalen Transformationsvorhaben. Herr Storz ist aktives Mitglied des Global Advisory Boards von ARRIA NLG und in der Funktion verantwortlich für das Financial Services Geschäft. Vor Gründung der Tidely GmbH ist Herr Storz über 20 Jahre als Unternehmensberater tätig gewesen. Im Jahr 2019 ist Herr Storz als Senior Partner und Managing Director bei der The Boston Consulting Group ausgeschieden. Herr Storz ist Wirtschaftsingenieur (Karlsruhe Institute of Technology) und hat eine Banklehre bei der Deutschen Bank absolviert.  

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