Mittwoch, 21.04.2021

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Eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eröffnet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten.

Finanzierung
Kolumne

Wirtschaftsförderer: Mittelstand trifft Wissenschaft – ein "perfect match"

Die Wirtschaft steht unter Innovationsdruck, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich immer wieder beweisen. Dabei kann eine Kooperation mit der Forschung nützlich sein.

Anja Tiwisina

Heiner Kleinschneider ist seit 30 Jahren Wirtschaftsförderer im Kreis Borken.

Gerade im Mittelstand suchen Unternehmen neue Ideen. Sie wollen – und müssen – ihre Produkte weiterentwickeln und ihre Verfahren optimieren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Ohne Pause, ständig und stetig, auch in Corona-Zeiten. Dabei können ihnen externe Experten aus Hochschulen und Forschungsstätten helfen. Dieser Technologietransfer eröffnet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten.

Umso erstaunlicher, dass nicht jeder Unternehmer, jede Unternehmerin dieses Potenzial nutzt. "Nichts für mich", so hört man gelegentlich. Manch einer, der sich reserviert zeigt, hat vielleicht nur zu viel Respekt vor Titeln und großen Namen. Da werden Chancen vergeben – völlig unnötig. Es mag ja sein, dass eine Hochschule, die in der Spitzenliga wissenschaftlicher Problemlösungen mitspielt, nicht unbedingt auf den kleinen Mittelständler wartet. Aber wenn das Thema passt, spielt die Größe des Unternehmens keine Rolle für die anwendungsorientierten Wissenschaftler. Ihre Türen stehen selbst für transferunerfahrene Neulinge meistens weit offen, vor allem dort, wo Hochschulen regional verankert sind.

Die Formen der Kooperation können je nach Bedarf sehr unterschiedlich aussehen. Die Bandbreite reicht von praxisbezogenen Bachelor- und Masterarbeiten über Machbarkeitsstudien und Pilotprojekte bis zu Prototypenentwicklungen. Hochschulen können sich damit in Lehre und Forschung weiter profilieren. Und ihren Ruf als leistungsstarke, anwendungsorientierte und mit der Wirtschaft vernetzte Bildungsstätte weiter stärken. Besonders begehrt sind dauerhafte Verbindungen, nicht Eintagsfliegen.

Mehr Kopfzerbrechen kann die Suche nach dem richtigen Kooperationspartner bereiten. Eine falsche Wahl, und schon kann ein vielversprechendes Projekt Schiffbruch erleiden. Nehmen Sie Hilfe bei der Partnersuche in Anspruch! Bei der Recherche stehen die örtlichen Wirtschaftsförderungen zur Verfügung, ebenso auch Kammern und Verbände. Dort weiß man, wie und wo Sie suchen müssen. Auch die Hochschulen selbst haben Transfer-Experten, die Forschung und Praxis zusammenbringen. Die sind untereinander vernetzt, sogar grenzüberschreitend. In einer Region wie etwa dem Kreis Borken mit einer 108 Kilometer langen Grenze zu den Niederlanden sind Kontakte auch zur Universiteit Twente in Enschede beinahe selbstverständlich.

Und noch eines: Beginnen Sie mit kleineren Projekten. Denn es geht nicht nur um fachliche Expertise auf beiden Seiten, sondern auch um den menschlichen Faktor. Vertrauen aufzubauen, braucht Zeit und die Chemie muss stimmen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl – auf beiden Seiten. "Transferchancen ausloten und konsequent nutzen", das ist immer eine vernünftige Devise auf dem Weg in die Zukunft. In Zeiten, in denen Corona ganze Geschäftsmodelle auf den Prüf stand stellt und die Digitalisierung einen Schub ohnegleichen erfährt, gilt das erst recht. Und gerade für den Mittelstand.

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