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Unternehmensnachfolge: Warum der Verkauf zur letzten Rettung und größten Chance werden kann

| Für den Inhalt des Artikels ist verantwortlich: Ronny Baar von ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG | Lesezeit: 5 Min.

Der deutsche Mittelstand steht vor einer historischen Übergangsphase. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe liegt in der frühzeitigen Planung.

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Hunderttausende Betriebe vor dem Aus: Externe Nachfolge wird zum Schlüssel, um Unternehmen zu retten und Wachstum neu zu entfachen.(Foto: shutterstock)

Externe Unternehmensnachfolge: die Übergabe als Chance zur Transformation begreifen

von Ronny Baar

Der deutsche Mittelstand steuert auf eine Lücke zu: Bis 2029 stehen über eine halbe Million Betriebe vor dem Aus – oft, weil Nachfolger in der Familie fehlen oder der Generationenwechsel aus anderen Gründen nicht gelingt. Wo die familiäre Übergabe scheitert, bietet der externe Verkauf eine Chance für Transformation und Wachstum. Der Schlüssel zum Erfolg? Frühzeitige Vorbereitung und der Mut, das eigene Lebenswerk in neue Hände zu geben.

Laut dem aktuellen KfW-Nachfolge-Monitoring drohen bis zum Jahr 2029, rund 569.000 Unternehmen vom Markt zu verschwinden – ein jährlicher Verlust von etwa 114.000 Betrieben. Diese Entwicklung ist selten auf ökonomisches Versagen der Geschäftsmodelle zurückzuführen. Vielmehr scheitert der Fortbestand am Generationswechsel.

So erreicht die Überalterung der Unternehmerschaft mit einem Anteil von 57 Prozent der Inhaber, die 55 Jahre oder älter sind, einen kritischen Punkt. Mit anderen Worten: Die Zeit drängt. Zudem ist das traditionell-familiäre Nachfolgemodell oft nicht umsetzbar, während gleichzeitig bürokratische Lasten den Prozess lähmen. Hinzu kommt: Der durchschnittliche Wunsch-Kaufpreis ist in den letzten sechs Jahren preisbereinigt um 9,5 Prozent auf rund 499.000 Euro gestiegen. Das schreckt potenzielle Käufer zunehmend ab. Die Folge: Eigentlich gesunde, profitable Unternehmen werden liquidiert.

 

Weshalb sind Nachfolgen gesellschaftlich so relevant?

Unternehmensnachfolgen sind keine Luxus-Deals. Sie sind ein essenzieller Garant für den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, wertvollem Know-how und stabilen Lieferketten. Gerade im Mittelstand sind Betriebe tief in regionale Ökosysteme eingewebt. Eine Stilllegung hinterlässt Lücken in der lokalen Kauf- und Innovationskraft, die sich nicht ohne Weiteres schließen lassen.

Dabei ist der Wille zur Übergabe vorhanden: Rund 545.000 Unternehmer haben vor, bis 2029 ihren Betrieb abzugeben. Doch es zeigt sich eine deutliche Verschiebung in der Realisierbarkeit. Das „familiäre Ideal“, bei dem Kinder oder Enkel das Ruder übernehmen, wird zunehmend zum Auslaufmodell. Attraktivere Karriereoptionen außerhalb des Familienbetriebs, sinkende Risikobereitschaft und eine veränderte Work-Life-Ballance halten nachfolgende Generationen von einer Übernahme ab. Zudem fehlt es aufgrund des demografischen Wandels schlicht an Nachfolgern. Wer sein Lebenswerk sichern will, muss daher heute frühzeitig externe Lösungen wie Management-Buy-ins oder Beteiligungsmodelle in Betracht ziehen.

Externe Nachfolge: Innovationsmotor statt Notnagel

Eine externe Übernahme sollte nicht als Notlösung, sondern als Chance zur Weiterentwicklung und Modernisierung verstanden werden. Denn externe Käufer bringen oft wichtige Kompetenzen mit: Digitalisierungsexpertise, frische Marktstrategien und moderne Managementstile führen in vielen Fällen zu deutlichen Wachstumsschüben nach der Übergabe.

Damit dieser Effekt eintritt, ist die Wahl des richtigen Nachfolgers entscheidend. Es braucht Kapitalkraft gepaart mit fachlicher Expertise und Anpassungsfähigkeit an die Betriebskultur. Unternehmer haben für die Suche verschiedene Kanäle:

  • Netzwerk und Marktteilnehmer: Häufig finden sich Interessenten unter eigenen Wettbewerbern, Kunden oder Lieferanten, die durch den Zukauf Synergien erschließen wollen.
  • Nachfolgebörsen: Plattformen wie nexxt-change oder die Deutsche Unternehmensbörse (DUB) ermöglichen eine diskrete Kontaktaufnahme.
  • M&A-Berater: Professionelle steuern den gesamten Übergabeprozess und stellen sicher, dass nur ernsthafte Kaufinteressenten Einblick in die Bücher erhalten.

Doch wie läuft der Nachfolgeprozess genau ab?

Die fünf Phasen der externen Übergabe

Wer sein Unternehmen abgeben möchte, sollte frühzeitig mit der Planung beginnen. Schließlich erstreckt sich ein strukturierter Übergabeprozess in der Regel über rund fünf Jahre, teilweise mehr. In dieser Zeit werden folgende Phasen durchlaufen:

  1. Vorbereitung: Reduktion der Inhaberabhängigkeit, Ermitteln des Unternehmenswertes,
  2. Dokumentation dieser Prozesse als neutrale Verhandlungsbasis.
  3. Ansprache von Kandidaten, Einholen von Angeboten
  4. Überprüfung des Unternehmens durch den Käufer
  5. Finale Kaufpreisverhandlung und notarielle Beurkundung des Kaufvertrags
  6. Übergabe und Übergangsphase

Wie bereiten sich Verkäufer auf die Transaktion vor?

Verkäufer müssen ihr Unternehmen investorenfest machen, indem sie unter anderem interne Abläufe optimieren und dokumentieren, notwendige Investitionen tätigen, Abhängigkeiten vom Alt-Inhaber reduzieren, die Belegschaft in den Wandel einbeziehen und eine marktgerechte Bewertung einholen. Eine Einschätzung durch unabhängige Experten bildet hierbei die neutrale Basis für Verhandlungen. Wichtig ist: Schwachstellen müssen transparent kommuniziert werden. Unterschlagene Mängel führen fast unweigerlich zum Vertrauensverlust und zum Abbruch der Gespräche. Achtung: All das ist zeitintensiv und sollte früh angegangen werden.

Käufer müssen Vertrauen aufbauen

Damit eine Nachfolge erfolgreich ist, muss auch der Käufer Hand anlegen und ein stabiles Fundament für die Übernahme schaffen. Das beginnt bei einer soliden Finanzierungsstruktur, die neben Eigenkapital und Förderung oft auch Modelle wie Verkäuferdarlehen einbezieht. Solche Konstrukte signalisieren den Banken das Vertrauen des Alt-Inhabers in die Fortführung.

Zudem erfordert die externe Nachfolge ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl. Im Gegensatz zur internen Lösung, bei der Kontinuität und Vertrauen durch die familiäre Bindung meist vorausgesetzt werden kann, muss sich der externe Käufer sein Standing erst erarbeiten. Respekt vor der Historie, den Gepflogenheiten und der Belegschaft des Unternehmens ist hierbei der wichtigste Türöffner. Umfassendere Anpassungen sollten erst erfolgen, nachdem der Geschäftsbetrieb durch die neue Führung reibungslos fortgeführt werden kann und das Vertrauen des Teams gewonnen wurde.

Ein weiterer kritischer Punkt ist in dem Zusammenhang der strukturierte Wissenstransfer. Das implizite Wissen des Alt-Inhabers – von persönlichen Absprachen mit Lieferanten bis hin zur Kenntnis der speziellen Bedürfnisse langjähriger Stammkunden – darf nicht mit dem Tag der Schlüsselübergabe verloren gehen. Eine definierte Übergangsphase, in der der Vorgänger noch beratend zur Seite steht, sichert die Kontinuität.

Brücken schlagen in die Zukunft

Erfolgreiche Nachfolge heißt, Tradition mit Erneuerung zu verknüpfen. Wenn der Verkäufer den Mut hat, loszulassen, und der Käufer die Vision mitbringt, das Bestehende respektvoll weiterzuentwickeln, ist die Chance einer Erfolgsgeschichte mit Fortsetzung groß.
 

Der Autor

Ronny Baar ist Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG im Beratungsverbund ABG-Partner und Dipl.-Betriebswirt. Seine Expertise liegt in der betriebs- und finanzwirtschaftlichen Beratung von mittelständischen Unternehmen.  

Ronny Baar, ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, +49 351 43755 46, [email protected]

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