Donnerstag, 10.05.2012
Gehalt
Gewerkschaften fordern deutliches Gehaltsplus

6,5 Prozent mehr Lohn

Nach den Krisenjahren fordern die Gewerkschaften ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent. Trotz wirtschaftlich guter Jahre bedeutet das für den Mittelstand zusätzliche Belastungen. Unternehmer berichten, wie sie mit den Forderungen umgehen.

Aktuelle Termine und Ergebnisse: Die Termine für die Tarifrunde 2017 finden Sie unter diesem Link, die für den Mittelstand relevanten Ergebnisse der Tarifrunde 2016 hier.

Sebastian von Bomhard„Bonussysteme sind etwas zwiespältig. Mancher Mitarbeiter ist beleidigt, wenn man ihm einen Bonusvertrag anbietet, denn er leistet bereits für sein Gehalt den vollen Einsatz und will sich darauf verlassen können, dass er dafür auch gerecht bezahlt wird. Mein Job ist es, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.“

Sebastian von Bomhard, Vorstand der SpaceNet AGDr. Marc Brunner"Als Möbelhersteller, der ausschließlich in Deutschland herstellt, spielen die Lohnkosten eine große Rolle. Eine Lohnsteigerung um mehr als 6 Prozent, wie es die Gewerkschaften fordern, ist aber nicht realisierbar. Diese zusätzlichen Kosten können wir am Markt zurzeit nicht verdienen. In den vergangenen Jahren gab es bei uns realistische Erhöhungen. Konnten wir in schwierigen Jahren die Löhne nicht steigern, haben wir als Ausgleich unseren Mitarbeitern in guten Jahren eine Prämie bezahlt."

Dr. Marc Brunner, Geschäftsführer der Brunner GroupPascal Schiefer"Gehaltssteigerungen müssen sein. Wichtig ist, dass das Plus über der Inflationsrate liegt, so dass die Mitarbeiter am Ende des Monats tatsächlich mehr im Geldbeutel haben. 6,5 Prozent sind aber zu viel. Mir ist es wichtig in der Organisations- und Kostenstruktur flexibel zu bleiben. In guten Jahren schütten wir deshalb einen Bonus aus. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten belastet uns der Lohnkostenblock dadurch nicht so stark."

Pascal Schiefer, Geschäftsführer Leipold Group

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