Freitag, 05.06.2015
Gehalt
Erfolgsabhängiger Vergütungsanteil nimmt zu

Chef-Gehälter steigen langsamer als Gewinne

Die Vorstandsgehälter der MDAX-Unternehmen sind gestiegen. Allerdings deutlich weniger als die Gewinne dieser Unternehmen. Das liegt zum Teil daran, dass der Anteil der erfolgsabhängigen Vergütung mit 40 Prozent sehr hoch ist.
Gipfelstürmer: Vorstandsgehälter im MDAX steigen moderater als die Gewinne der Unternehmen.

Foto: Jupiterimages

Gipfelstürmer: Vorstandsgehälter im MDAX steigen moderater als die Gewinne der Unternehmen.

Die Gewinne der MDAX-Unternehmen entwickeln sich prächtig: Um 33 Prozent haben sie im vergangenen Jahr zugelegt. Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden dieser Unternehmen sind hingegen nur um 5 Prozent gestiegen. Das hat eine aktuelle Studie die Beratungsgesellschaft Kienbaum ergeben.

Chef-Gehälter: Große Unterschiede zwischen den Unternehmen

Deutlich auf Abstand geht die Vergütungsdifferenz zwischen Vorstandsvorsitzendem und den andere Mitgliedern des Gremiums: Während die Vorsitzenden eine Jahresgesamtvergütung von  durchschnittlich 2,446 Millionen Euro erreichen, kommen Vorstände auf lediglich 1,355 Millionen Euro.

Auch zwischen den verschiedenen Unternehmen gibt es erhebliche Unterschiede: Angeführt wird die Rangliste vom  Vorstandsvorsitzenden der Fielmann AG, der 2014 eine Vergütung von 4,5 Millionen Euro erhielt.

Es folgen die Chefs von Rhön-Klinikum mit 4 Millionen Euro und von Gerry Weber mit 3,9 Millionen Euro. Die geringste Vergütung erhielten die Vorstandsvorsitzenden von MAN (1,03 Millionen Euro) und Deutsche Euroshop (750.000 Euro).

Anteil erfolgsabhängiger Vergütung steigt

Während 2011 ein Drittel der Gesamtvergütung erfolgsabhängig war, waren es im vergangenen Jahr bereits 40 Prozent – ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird. Dass die erfolgsabhängigen Komponenten über mehrere Perioden berechnet wird, erklärt zumindest teilweise, warum die Gehälter langsamer als die Gewinne steigen: „Der hohe Anteil an langfristigen Vergütungsbestandteilen führt zu einem Glättungseffekt“, erläutert Karl-Friedrich Raible, Vergütungsexperte und Partner bei Kienbaum in Frankfurt.

Die erfolgsabhängige Vergütung der MDAX-Vorstände führt auch dazu, dass die Vergütungssysteme immer komplexer werden. Das aber widerspricht teilweise der vom Gesetzgeber geforderten Transparenz bei der Offenlegung der Gehälter.