Mittwoch, 16.04.2014
Führungskräfte sind oftmals im Vergleich zu Fachkräften weniger abhängig von den regionalen Gehaltsschwankungen.

Quelle: Thinkstock / Getty Images

Führungskräfte sind oftmals im Vergleich zu Fachkräften weniger abhängig von den regionalen Gehaltsschwankungen.

Gehalt
Gehälter für Fach- und Führungskräfte

Große Unterschiede beim Gehalt

Beim Gehalt herrscht bei Führungskräften und Akademikern im Vergleich zu Fachkräften eine geringere regionale Abhängigkeit. Die niedrigsten Gehälter werden im Osten gezahlt.

Die Höhe der Vergütung eines Mitarbeiters wird unter anderem durch den Standort des Unternehmens beeinflusst, doch je höher der Bildungsabschluss, desto weniger ist der Standort relevant in Bezug auf die Höhe des Gehalts. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Compensation-Online, die sich mit den regionalen Gehaltsunterschieden auseinandergesetzt hat. Die höchsten Gehälter werden in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Bayern gezahlt und die niedrigsten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Fachkräfte-Gehälter regional abhängig

Führungskräfte sind oftmals im Vergleich zu Fachkräften weniger abhängig von den regionalen Gehaltsschwankungen. Die Gehälter von Akademikern weisen auch geringere Abweichungen vom Gesamtdurchschnitt auf, als die Gehälter von Arbeitnehmern mit Berufsausbildung. Innerhalb der Berufsgruppen ergibt sich ein ähnliches Bild: Fachkräfte, wie Elektroniker, unterliegen größeren regionalen Gehaltsschwankungen, als beispielsweise die akademisch geprägte Berufsgruppe der Controller. Die höchsten Einstiegsgehälter erzielen Berufseinsteiger in den „Speckgürteln“ von Stuttgart und München sowie in Leverkusen.

Während die neuen Bundesländer zu den stark unterdurchschnittlichen Gehaltsregionen zählen, weist der süddeutsche Raum die höchsten Gehaltsindizes auf.

Während die neuen Bundesländer zu den stark unterdurchschnittlichen Gehaltsregionen zählen, weist der süddeutsche Raum die höchsten Gehaltsindizes auf.

Deutsche Absolventen: Juristen sind Spitzenverdiener

Doch auch innerhalb der Gruppe der Akademiker gibt es offensichtliche Abstufungen. Zwar spielt der regionale Einfluss beim Gehalt von Absolventen eher eine untergeordnete Rolle, bei der Entscheidung, in welcher Abteilung ein Absolvent nach dem Studium einsteigt, kommt es jedoch zu deutlichen Unterschieden: Unternehmen in Deutschland zahlen Berufseinsteigern in der Rechtsabteilung mit durchschnittlich 48.000 Euro pro Jahr das höchste Gehalt, ergab eine aktuelle Kienbaum-Studie. In Forschung und Entwicklung erhalten Absolventen im Schnitt eine Vergütung von 46.000 Euro und in der IT-Abteilung verdienen Jungakademiker im ersten Job 46.100 Euro.

Am unteren Ende der Gehaltsliste steht die Logistik. Hier erhalten Absolventen lediglich 37.800 Euro. „Um Nachwuchskräfte zu gewinnen, müssen die Unternehmen attraktive Einstiegsgehälter bieten“ sagt Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum. Mit einer guten Marktposition und einer attraktiven Arbeitgebermarke seien die Unternehmen in der Lage die besten Absolventen für sich zu gewinnen und diese frühzeitig an sich zu binden.

Attraktives Ausland: Deutsche Unternehmen bekommen Konkurrenz aus der Schweiz

Im Vergleich zu den deutschen Nachbarländern Schweiz und Österreich befindet sich Deutschland im Mittelfeld. Das Gehalt von Absolventen mit dem Masterabschluss einer Universität ist in Deutschland mit 44.200 Euro 39 Prozent geringer als in der Schweiz, wo die Masterabsolventen im Schnitt ein Einstiegssalär von 72.000 Euro erhalten.
In Österreich verdienen sie mit einem gleichwertigen Abschluss sogar nur 38.400 Euro. „Die großen Unterschiede bei den Einstiegsgehältern sind primär auf die allgemeinen Gehaltsunterschiede und die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den drei Ländern zurückzuführen“, erklärt Zmítko.

Info

Wie sich geografische Regionen auf das Gehalt auswirken und welche regionalen Unterschiede es zwischen Berufsgruppen, Fach- und Führungskräften gibt: die vollständige Studie "Gehaltsatlas 2014" von Compensation-Online können Sie hier nachlesen.

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