Donnerstag, 22.11.2012
Gehalt
Lohn und Gehalt

Gehälter sollen um drei Prozent steigen

Arbeitgeber müssen 2013 mit höheren Ausgaben für ihr Personal rechnen. In Deutschland sollen die Gehälter um drei Prozent steigen. Das ist europaweit ein Spitzenplatz.

Berücksichtigt man die Inflationsrate von 1,9 Prozent liegt die effektive Steigerung in Deutschland bei 1,1 Prozent. In Westeuropa sind im kommenden Jahr Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 2,6 Prozent zu erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmen Mercer. In diesem Jahr lag die Steigerung beim Gehalt für das Personal bei 2,7 Prozent.

Zu den Spitzenreitern gehören neben Deutschland auch Österreich, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Die Schlusslichter in Westeuropa sind Luxemburg (1,8 Prozent) sowie die Schweiz und Belgien (jeweils 2,0 Prozent). In Griechenland erwartet die Beschäftigten trotz der Eurokrise ein Gehaltsplus von 2,3 Prozent, in Portugal und Spanien ist der Untersuchung zufolge mit 2,4 Prozent Steigerung beim Gehalt zu rechnen. 

Inflation schmälert das Plus beim Gehalt In der Schweiz und in Portugal profitieren Arbeitnehmer hingegen von einer sehr niedrigen Inflationsrate, in Griechenland wird für nächstes Jahr sogar eine Deflation erwartet. In Spanien, Finnland und Luxemburg hingegen ist mit relativ hohen Inflationsraten zu rechnen, die das effektive Gehaltsplus schmälern. Angesichts der Krise in der Eurozone sind viele Unternehmen in Bezug auf Fixkosten und Grundgehälter vorsichtig. Variable Vergütungselemente, verbreiten sich statt Grundgehalt immer mehr, vor allem in der Automobilbranche.

Namibia: Gehalt steigt um 9 Prozent

Die größte effektive Gehaltssteigerung ist laut Untersuchung mit sieben Prozent in Namibia zu erwarten. Im Nahen Osten liegen die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Plus von 3,4 Prozent an der Spitze. In Osteuropa führen Bulgarien (+2,5 Prozent) und Russland (+2,4 Prozent). In Osteuropa wollen die Unternehmen die Gehälter um durchschnittlich 3 Prozent anheben, in Russland (9 Prozent), der Türkei (8 Prozent) und Rumänien (5,1 Prozent) liegen die geplanten Steigerungsraten noch deutlich darüber.

Personal kämpft mit Inflation

In vielen Staaten ist jedoch auch mit hohen Inflationsraten zu rechnen, in Russland zum Beispiel mit 6,6 Prozent und in der Türkei mit 6,5 Prozent. Unter dem Strich sollen daher die Gehaltsanpassungen für die Beschäftigten „nicht so deutlich spürbar sein“, erläutert Mercer-Berater Bernd Thomaszik.Für die Untersuchung wurden Daten aus 570 multinationalen Unternehmen aus 76 Ländern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten erhoben.