Freitag, 07.03.2014

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Gehalt
Deutsche Arbeitnehmer können sich freuen

Mehr Gehalt im Mittelstand

Moderate Lohnsteigerungen in Deutschland, deutlichere Zuwächse in Ländern wie Russland, der Ukraine und der Türkei. Gehälter für Führungskräfte nähern sich international immer stärker an.

Deutsche Arbeitnehmer können sich im laufenden Jahr auf durchschnittliche Gehaltssteigerungen von in Höhe von 3 Prozent freuen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group, für die weltweit Gehaltsprognosen von mehr als 22.000 Unternehmen mit 15 Millionen Mitarbeitern aus mehr als 100 Ländern ausgewertet wurden. Nur 5 Prozent der Firmen in Deutschland planen demnach im Jahr 2014 eine Nullrunde. Der durchschnittliche Gehaltszuwachs in Deutschland liegt somit nur knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 3,1 Prozent und ein gutes Stück über der prognostizierten Inflationsrate von 1,8 Prozent. „Damit befinden wir uns in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr“, erklärte Thomas Gruhle, Mitglied der Geschäftsleitung von Hay Group.

Auch in Großbritannien und Frankreich werden die Lohnzuwächse im laufenden Jahr mit jeweils 2,5 Prozent moderat bleiben, deutlichere Wachstumsraten gibt es hingegen in der Ukraine (7,0 Prozent), Russland (7,8 Prozent) und der Türkei (7,7 Prozent). Auch Arbeitnehmer in Rumänien und Bulgarien können sich mit durchschnittlich 5 Prozent über besonders hohe Lohnsteigerungen freuen. In Zypern und Griechenland wird es höchstwahrscheinlich keine Lohnsteigerungen geben, in Irland und Portugal werden die Firmen nur durchschnittlich 0,8 Prozent mehr Gehalt zahlen.

Je höher Mitarbeiter auf der Karriereleiter stehen, desto stärker nähert sich ihr Gehalt an.

Je höher Mitarbeiter auf der Karriereleiter stehen, desto stärker nähert sich ihr Gehalt an.

Gehälter nähern sich international an

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass gleichwertige Tätigkeiten international immer noch deutlich unterschiedlich bezahlt werden. Für diese Auswertung wurden in der Studie Tätigkeiten mit vergleichbarem Aufgabenzuschnitt und Verantwortungsgrad miteinander verglichen. „Ein reiner Vergleich von Stellentiteln führt zu falschen Ergebnissen und somit zu Vergütungsentscheidungen, die die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gefährden können“, betont Gruhle.

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen reifen Märkten wie Deutschland und schnell wachsenden Märkten wie China oder Brasilien. Während ein Facharbeiter für einfache Tätigkeiten in Deutschland durchschnittlich rund 34.000 Euro verdient, so sind es in Brasilien rund 8.000 Euro und in China sogar nur 4.500 Euro.

Deutlich geringer fallen die Unterschiede aus, je höher ein Mitarbeiter auf der Karriereleiter nach oben klettert. Ein Bereichsleiter in einem deutschen Großunternehmen verdient demnach rund 109.000 Euro jährlich – ein Manager in vergleichbarer Position bekommt in China rund. 88.000 Euro und in Brasilien rund 84.000 Euro. „Die Gehaltslücke zwischen den reifen und den schnell wachsenden Märkten schließt sich zunehmend, je höher die Position ist“, bestätigt Thomas Gruhle. „Grund für diese Annäherung ist der zunehmend globalisierte Arbeitsmarkt für Jobs mit gehobener Verantwortung.“

Beförderungen um mehr als eine Stufe zahlen sich in China besonders aus.

Beförderungen um mehr als eine Stufe zahlen sich in China besonders aus.

Beförderungen in China besonders lohnend

Gerade in Ländern wie China und Brasilien zahlen sich Beförderungen demnach besonders aus. Wer in Brasilien eine Stufe in der Karriereleiter aufsteigt, bekommt demnach im Schnitt 35 Prozent mehr Gehalt, in Brasilien sind es immerhin 27 Prozent. Das Wachstum in Deutschland fällt mit 12 Prozent deutlich geringer aus. Wer gleich zwei Stufen aufsteigt, kann sich in China über ganze 82 Prozent mehr Gehalt freuen, in Brasilien sind es zumindest 61 Prozent. Deutschland liegt auch hier deutlich unter den Werten der weniger entwickelten Märkte, die Gehaltssteigerung bei einer Beförderung um zwei Stufen beträgt hierzulande im Durchschnitt rund 26 Prozent.

„Die Studie zeigt ganz deutlich: Die Vergütung von Facharbeitern richtet sich nach dem regionalen Marktumfeld. Die internationalen Vergütungsunterschiede von Managern verringern sich deutlich mit zunehmender Verantwortung“, erklärte  Thomas Gruhle. „Um ein vollständiges Bild über die tatsächlichen Unterschiede in der Vergütung zu erhalten, empfehle ich, variable Vergütungsbestandteile, Nebenleistungen, Besteuerung und Kaufkraft ebenfalls zu berücksichtigen“

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