Freitag, 08.08.2014
Die Berechnung des Gehalts hängt maßgeblich vom Bewerber ab. "Die richtigen Argumente zahlen sich aus", ist sich der Experte Alexander Walz sicher.

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Die Berechnung des Gehalts hängt maßgeblich vom Bewerber ab. "Die richtigen Argumente zahlen sich aus", ist sich der Experte Alexander Walz sicher.

Gehalt
Das zahlt sich aus

So berechnen Sie Ihr Gehalt

Sie leisten dieselbe Arbeit, doch der Lohn könnte nicht unterschiedlicher sein. Für ein höheres Einkommen gibt es gute Gründe, aber es gilt die entscheidenden zu finden, erklärt der Experte Alexander Walz.

Markt und Mittelstand: Gerade bei Fach- und Führungskräften weichen die Gehälter von den marktüblichen ab. Wie entstehen diese in der Regel außertariflichen Gehälter?
Alexander Walz:
Das Gehalt entsteht aufgrund mehrerer Faktoren. Dazu zählen das Alter und die Berufserfahrung, der Arbeitsort, die Branche und leider auch das Geschlecht und die ethnische Herkunft. Natürlich entscheidet das auch die Konjunktur sowie das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

In einigen Unternehmen ist das Gehalt natürlich tarifgebunden und entsprechend marktorientiert, aber es gibt trotzdem Unterschiede, wie dass in der Industrie höhere Gehälter üblich sind als im Handel oder Dienstleistungssektor.

MuM: Das hört sich aber berechenbar an, wieso dann die immensen Unterschiede?
Walz: Weil zum Beispiel das Entwicklungspotential mit rein spielt. Wenn Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, dann wollen sie diese langfristig einsetzen und werden erwägen, welches Entwicklungspotential die Person hat, können wir den Bewerber auch in fünf bis zehn Jahren noch gebrauchen und welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für ihn, das sind entscheidende Fragen. Die Einschätzung darüber hängt stark von Auftreten und Verhalten des Kandidaten ab.

Nicht jede Qualifikation ist eine Wertsteigerung

Alexander Walz ist  Geschäftsführer der Conciliat GmbH Personal- und Managementberatung.

Alexander Walz ist Geschäftsführer der Conciliat GmbH Personal- und Managementberatung.

MuM: Kann der Bewerber vor dem Bewerbungsgespräch seinen Wert errechnen?
Walz:
Sie müssen sich fragen, welche Qualifikationen habe ich, die dem Unternehmen wichtig sein könnten. Hieraus erschließt sich auch, wie viel die Person dem Unternehmen wert ist. Wenn sie als Bilanzbuchhalter internationale Rechnungslegung beherrschen und das Unternehmen dies nützt, steigert es ihren Wert. Sie sollten vorher überlegen, welche ihrer Qualifikationen besonders wertvoll sind. Besondere Qualifikationen, die aber für das Unternehmen keinen Vorteil haben, sind natürlich auch keine Wertsteigerung.

Eine nüchterne Betrachtung ist entscheidend. Es gibt Menschen, die wollen allein durch einen Wechsel des Unternehmens ihr Gehalt erhöhen. Warum aber sollte das andere Unternehmen für die gleiche Tätigkeit mehr Gehalt zahlen. Bei einem Wechsel empfiehlt es sich, von seinem Ist-Gehalt auszugehen, aber Argumente zu liefern, warum es nun mehr sein sollte – mittels der besonderen Qualifikationen zum Beispiel.


MuM: Gibt es Anzeichen, die darauf schließen lassen, wie groß der Verhandlungsspielraum ist?
Walz: Die gibt es. Wie schnell wird auf die Bewerbung reagiert. Wenn ich ein heißer Kandidat bin, wird in der Regel sehr schnell Kontakt aufgenommen. Wenn ich aber nach zwei Wochen erst eine Eingangsbestätigung erhalte und vier Wochen später erst das persönliche Gespräch folgt, kann man davon ausgehen, dass eine erste Auswahlrunde schon stattgefunden hat.