Mittwoch, 03.07.2013
Tarifrunde 2013: reale Lohnzuwächse im ersten Halbjahr.

Bildquelle: Jungheinrich

Die Tarifrunde 2013 hat im ersten Halbjahr für viele Beschäftigte reale Lohnzuwächse gebracht.

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Tarifrunde 2013: Die Abschlüsse im Überblick

Die Tarifrunde 2013 hat im ersten Halbjahr geringere Zuwächse gebracht als im Vorjahr. Die meisten Branchen haben Tarifsteigerungen zwischen 2 und 4 Prozent vereinbart. Die Abschlüsse im Überblick.

Die Tarifrunde 2013 schloss im ersten Halbjahr mit Einkommenszuwächsen zwischen 2 und 4 Prozent ab. Damit lag die Steigerung unter dem Vorjahr, berichtet die Hans-Böckler-Stiftung. Die Metall- und Elektroindustrie verzeichnete eine Tariferhöhung von 3,4 Prozent. Für 2014 wurde eine weitere Steigerung von 2,2 Prozent bei einer Laufzeit von 20 Monaten verhandelt. Die Gesamtlaufzeit der Abschlüsse lag mit 21 Monaten und dem Vorjahr mit 17 Monaten.
Das Hans-Böckler-Institut errechnete eine für die rund 8,7 Millionen Beschäftigte mit den unterschiedlichen Laufzeiten auf das Jahr umgerechnet eine jährliche Tarifsteigerung gegenüber 2012 von nominal 2,9 Prozent. Bei den 4,5 Millionen Beschäftigten mit länger laufenden Abschlüssen aus den Vorjahren ergibt sich für  2013 eine jahresbezogene Tarifsteigerung von 2,6 Prozent. In der Summe erhalten 13,2 Millionen Beschäftigte im Jahr 2013 2,8 Prozent mehr Gehalt.

Tarifrunde 2013: Niedrigere Forderungen als im Vorjahr

„Der neutrale Verteilungsspielraum wurde ausgeschöpft und die Tariflöhne werden angesichts einer Preissteigerung von rund 1,6 Prozent in diesem Jahr im Durchschnitt real spürbar steigen“, erklärt Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Die Gewerkschaften hatten Lohnzuwächse zwischen 5 und 6,6 Prozent in der diesjährigen Tarifrunde gefordert.
Dies war etwas niedriger als im Vorjahr. Die IG Metall blieb mit 5,5 Prozent für 12 Monate sogar einen Prozentpunkt unter ihrer Vorjahresforderung. Volkswagen und das Kfz-Gewerbe verzeichneten in der Tarifrunde 2013 ebenfalls eine Forderung von 5,5 Prozent.
Aufgrund langfristiger Abschlüsse aus den Vorjahren entfallen in einigen Branchen in diesem Jahr die Lohnrunden. Das betrifft den öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden), das Bankgewerbe, cie chemische Industrie, die Deutsche Telekom und zahlreiche kleinere Branchen.

Info

Tarifrunde 2013: die Abschlüsse im ersten Halbjahr

Februar: Energiewirtschaft: +2,8% ab 1.1.2013, Laufzeit 13 Monate, Einmalzahlung 300€ (verhandelt von Verdi, IG BCE, Tarifgemeinschaft Energie)

RWE: +2,75% ab 1.2.2013, Stufenanhebung von 1,75% ab 1.2.2014, Laufzeit 24 Monate, Einmalzahlung 250€

März: Eisen- und Stahlindustrie: +3,0% ab 1.3.2013, Laufzeit 15 Monate (IG Metall)
öffentlicher Dienst (Länder): +2,65% ab 1.1.2013, Stufenerhöhung von 2,95% ab 1.4.2014, Laufzeit 24 Monate
Deutsche Bahn AG: +3,0% ab 1.5.2013, Stufenanhebung von 3,0% ab 1.4.2014, Einmalzahlung von 500€, Laufzeit 19 Monate (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft)

April: Bauhauptgewerbe: +3,2% (West), +4,0% (Ost) ab 1.5.2013, laufzeit 13 Monate (IG Bau)
Bewachungsgewerbe: +10,5% für unterste Lohngruppe, +18,9% für Passagierkontrolle, Laufzeit 24 Monate

privates Transport- und Verkehrsgewerbe NRW: +2,8% ab 1.6.2013, Laufzeit 15 Monate
Hotel- und Gaststättengewerbe Bayern: +4,0% ab 1.4.2013, Einmalzahlung 45€, Laufzeit 17 Monate
Kautschukindustrie: +2,1% ab1.5.2013, Stufenanhebung + 1,1% ab 1.1.2014, Laufzeit 26 Monate (IG BCE)
Deutsche Post AG: +2,6% ab 1.10.2014, Laufzeit 26 Monate, Tariferhöhung für jeden Beschäftigten von 2.200€ bezogen auf die Laufzeit, ggfs erfolgt eine ergänzende Einmalzahlung (Verdi)
Mai: Metall- und Elektroindustrie: +3,4% ab 1.7.2013, Stufenanhebung +2,2% ab 1.5.2014, Laufzeit 20 Monate (IG Metall, Bayern)
Volkswagen AG: Volumen vergleichbar, Rentenbaustein von 300€
Kfz-Gewerbe: +2,8% ab 1.7.2013, +2,8% ab 1.8.2014, Laufzeit 24 Monate

Juni: Versicherungsgewerbe: +3,2% ab 1.8.2013, +2,2% ab 1.10.2014, Laufzeit 24 Monate (Verdi)
Groß- und Außenhandel: +3,0% ab 1.6.2013, +2,1% ab 1.4.2014, Einmalzahlung (Baden-Württemberg)
Gebäudereinigerhandwerk: +3,4% (WEst), +5,3% (Ost) ab 1.1.2014, +2,6% (West), +3,1% (Ost) ab 1.1.2015 (IG Bau)

 

 

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