Donnerstag, 29.10.2020

Foto: Valentin B. Kremer on Unsplash

Die alte Heimat: Irgendwann ist die Profikarriere vorbei. Manch ein Fußballer wird dann Unternehmer.

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Sportliche Gründer

Diese Ex-Fußballstars sind jetzt Unternehmer

Schreibtisch statt Fußballplatz, Hemd statt Trikot: Manch ein Fußballer startet nach der aktiven Laufbahn eine zweite Karriere in der freien Wirtschaft. Wir haben zehn Beispiele zusammengetragen.

Fußballkarrieren sind in der Regel mit spätestens Ende Dreißig vorbei, oft schon deutlich früher. Doch für manch einen Ex-Profi beginnt nach der Zeit auf dem Fußballplatz eine zweite Karriere. Nicht unbedingt als Trainer, sondern gerne auch als Unternehmer oder Investor. Unzählige Fußballer haben so nach ihrer aktiven Zeit Kneipen und Restaurants eröffnet, viele die verdienten Millionen aber auch in anderen Branchen vermehrt – und manchmal verloren.

In unserer Bilderstrecke finden Sie zehn Ex-Fußballprofis, die sich nach ihrer Laufbahn in der freien Wirtschaft versucht haben, manchmal nebenbei, oft aber auch im Hauptberuf.

Vom Fußballplatz in die Dönerbude: Lukas Podolski ist nicht nur Mitinhaber einer Eisdiele in Köln, er lässt unter seinem Namen auch Döner verkaufen. Der ehemalige Stürmer unter anderem des FC Köln und der deutschen Nationalmannschaft ist dabei nicht der einzige Gastronomie-Unternehmer unter den Ex-Fußballern: Kevin Großkreutz gehört eine Kneipe in Dortmund, der gelernte Metzger und Weltmeister von 1990 Karl-Heinz Riedle besitzt in Oberstaufen im Allgäu ein Hotel nebst Restaurant und Fußballschule. Und Michael Zeyer, Ex-Profi unter anderem in Freiburg und Stuttgart eröffnete 2011 das Restaurant „5“ in Stuttgart, das mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet ist.Weltmeister, Europameister - und erfolgreicher Unternehmer: Uli Hoeneß führte mit dem FC Bayern München nicht nur lange Zeit einen der erfolgreichsten Fußballclubs Europas. Er ist auch Mitgründer der Howe Wurstwaren in Nürnberg. Heute wird das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern von seinem Sohn Floria geführt.Philipp Lahm ist einer der erfolgreichsten Spieler der deutschen Fußballgeschichte – und vermutlich auch einer der erfolgreichsten und umtriebigsten Unternehmer unter den Ex-Fußballern. So wurde Lahm noch während seiner aktiven Laufbahn 2015 Mit- und zwei Jahre später Alleininhaber des Naturkosmetikherstellers Sixtus. Auch in mehrere Startups hat Lahm investiert; Anfang 2018 wurde zudem bekannt, dass er Mehrheitseigentümer des Lebensmittelunternehmens Schneekoppe ist. Daneben ist der ehemalige Spielführer der Nationalmannschaft auch noch Chef des Organisationskomitees für die Europameisterschaft 2024.Mit nur 27 Jahren (also noch früher als Uli Hoeneß) beendet Stefan Reinartz verletzungsbedingt seine Karriere. Dem Fußballbetrieb blieb der dreimalige Nationalspieler aber auch als Unternehmer erhalten. Denn gemeinsam mit Jens Hegeler (ebenfalls ein Ex-Fußballprofi) entwickelte Rolfes die Analysemethode Packing, die die beiden mit ihrem Unternehmen Impect vertreiben.Als Fußballtorwart war der gebürtige Belgier Robert „Bobby“ Dekeyser eher mittelerfolgreich. Doch noch während er sich von einer Gesichtsverletzung erholte, die letztlich zum Karriereende führte, gründete er 1990 den Outdoor-Möbel-Hersteller Dedon. Mittlerweile hat der Ex-Fußballer alle Anteile am Unternehmen mit Sitz in Lüneburg und 1000 Mitarbeitern verkauft.Streng genommen kann man Hans Jörg Butt, den torgefährlichsten Torhüter der Bundesligageschichte, nicht als Unternehmer bezeichnen. Schließlich ist Butt bei seinem Arbeitgeber „nur“ für Vertrieb und Marketing im Vertriebsbüro Süd verantwortlich. Allerdings gehört das Verladesystemunternehmen „Butt Verladerampen und Industrietore“ seiner Familie.Für Borussia Dortmund hat Ivan Klasnic zwar nie gespielt, in den Fanshop des Bundesligisten hat er es mit den vom von ihm mitgegründeten Unternehmen Ready 2 Music produzierten Kopfhörern aber geschafft. Gerade beim Marketing dürften die Kontakte des ehemaligen kroatischen Nationalspielers und Deutschen Meisters 2004 geholfen haben, nutzten doch auch aktuelle Stars wie Ivan Rakitic und Andrej Kramaric die Kopfhörer.Die sogenannte Torlinientechnologie war bei ihrer Einführung im internationalen Fußball 2013 nicht unumstritten. Eines der Unternehmen, die eine solche Technologie entwickelt haben und damit auch schon bei Weltmeisterschaften im Einsatz war, ist die deutsche Firma Goalcontrol. 2016 bis 2017 war der ehemalige Nationalspieler Simon Rolfes (auf dem Foto in der Mitte) Geschäftsführer des Unternehmens, auch heute ist er noch Gesellschafter.Als Fußballspieler hat Mathieu Flamini einige Millionen verdient. Mehrere davon investierte der Franzose in den vergangenen Jahren in das von ihm mitgegründete Biotechnologie-Unternehmen GF Biochemicals. Das Unternehmen soll einmal den potentiellen Öl-Ersatzstoff Lavulinsäure in Massenproduktion herstellen – ein Milliardenmarkt.Nicht gerade einen Mittelständler führt Björn Gulden: Der Norweger, der in den 80er-Jahren für den 1. FC Nürnberg in vier Spielen in der zweiten Bundesliga immerhin ein Tor schoss, führt seit 2013 den Sportartikel Puma in Herzogenaurach.