Dienstag, 09.07.2013
Ältere Arbeitnehmer sind immer gefragter.

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Ältere Arbeitnehmer sind immer gefragter.

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Ältere Arbeitnehmer sind gefragt

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten älteren Arbeitnehmer ist zum Ende des Jahres 2012 erneut gestiegen. Auch die Beschäftigungsquote entwickelte sich positiv, bleibt aber noch hinter den Zielen der Politik zurück.

Deutsche Unternehmen beschäftigen immer mehr ältere Arbeitnehmer. Wie die Bundesagentur für Arbeit meldet, ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 60 und 65 Jahren Ende 2012 auf 1,52 Millionen gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 167.000 oder 12,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2011. Im Verlauf der letzten 5 Jahre hat sich die Zahl sogar um mehr als 680.000 oder fast 82 Prozent gesteigert. Auch die Beschäftigungsquote innerhalb der entsprechenden Altersgruppe stieg in diesem Zeitraum deutlich an. Inzwischen steht sie bei 29,9 Prozent, was einen Anstieg um 10 Prozentpunkte innerhalb der letzten fünf Jahre bedeutet. Unter Berücksichtigung der zuletzt nach unten korrigierten Gesamtbevölkerungszahl dürfte der Wert sogar noch höher liegen, eine genaue Aufschlüsselung der neu berechneten Bevölkerungszahl wird nach Angabe des statistischen Bundesamtes jedoch erst im Frühjahr 2014 vorliegen.

Ältere Arbeitnehmer: Ziele noch lange nicht erreicht

Insbesondere mit Blick auf die Rente mit 67 ist die aktuelle Beschäftigungsquote von großer Bedeutung. Die SPD hatte zuletzt beschlossen, die Rente mit 67 zu stoppen, wenn es nicht gelingen sollte, die Beschäftigungsquote der 60- bis 65-Jährigen auf mindestens 50 Prozent zu steigern. Von diesem Ziel ist auch der aktuelle Wert trotz stetigen Wachstums noch weit entfernt.

Arbeitgeberverbände kritisieren in diesem Zusammenhang allerdings die Berechnung der Beschäftigungsquote. Sie verweisen darauf, dass rund 500.000 ältere Arbeitnehmer Beamte sind, die somit nicht als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst werden. Würde man sie mit einrechnen, stiege die Quote bereits auf rund 34 Prozent. Noch deutlicher wäre der Anstieg bei Berücksichtigung der Selbstständigen und Minijobber, deren Zahl die Arbeitgeber auf rund eine Million schätzen. In diesem Fall wäre die Quote von 50 Prozent bereits erreicht.

Trotz dieser positiven Zahlen gibt es auch schlechte Nachrichten. So stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 55- bis 65-Jährigen zum Ende 2012 auf 551.000, womit sie um 28.000 oder 5,2 Prozent höher lag als im Jahr zuvor. Der Trend setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2013 fort, im Juni erreichte die Zahl einen Stand von 560.000.

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