Donnerstag, 14.06.2012
Personal
Mitarbeiterbindung

Arbeitgeber werben zu wenig

Immer noch sind viele Unternehmen zu wenig auf den enger werdenden Personalmarkt eingestellt. Vor allem im Employer-Branding gibt es Nachholbedarf.

Für die aktuelle Studie der Personalmarketing-Experten von der index-Agentur wurden 231 Personalverantwortliche befragt. Ergebnis: 42 Prozent der Unternehmen verfügen über eine definierte Arbeitgebermarke. Besonders in der Bewerber-Kommunikation gibt es aber deutliche Defizite.

Gezielte Werbung für Arbeitnehmer

Das Konzept der Arbeitgebermarke wird noch zu zögerlich angewendet. Dazu zählen etwa eine gezielte Pressearbeit zur Positionierung als Arbeitgeber, die Nutzung sozialer Netzwerke im Web, oder auch ein umfangreicher Karrierebereich auf der Unternehmens-Website. So bieten nur etwa 23 Prozent der Unternehmen eine Karriereseite, die mehr bietet als die reine Information über offene Stellen. Gezielte Public Relations Aktivitäten bei Karrieremedien nutzen nur etwa 21 Prozent.

Knapp 36 Prozent wollen allerdings ihre Presse- und PR-Arbeit in Richtung Bewerber verbessern, Social-Media-Kommunikation mit potenziellen Mitarbeitern (34,6 Prozent) und die Karriere-Website (29 Prozent) besser pflegen. „Denn Unternehmen müssen den Bewerbern in Zukunft gute Gründe für eine Bewerbung liefern. Der Weg dahin führt über Employer Branding und Personalmarketing: sprich aktive und kreative Kommunikation“, so Franziska Berge, index-Agenturleiterin.

Mitarbeiter an Unternehmen binden

Eine Studie der SHL beweist zudem: Talentbewertungen haben für Unternehmen Top-Priorität. „Unsere Erhebung zeigt, dass Unternehmen die Stärken und Entwicklungsfelder ihrer Mitarbeiter kennen möchten. Dies beinhaltet weit mehr als die reine Produktivität“, erklärt Oliver Barth, Managing Director Europe bei SHL.

Doch auch hier gilt: Das Potenzial ist bekannt, an der Umsetzung hapert es. Noch ziehen die Unternehmen zu wenig Nutzen aus den bekannten Informationen. So hat beispielsweise die Mitarbeiterbindung für 56 Prozent der Befragten Top-Priorität. Dennoch verfügen rund 39 Prozent über keine formalen Prozesse, um Mitarbeiter zu binden, oder ihre Bindung zu fördern.

Quellen: index-Agentur, SHL, Markt und Mittelstand

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