Montag, 10.10.2011
Personal

Arbeitssicherheit: Burnout statt Unfall

Durch Ausfallzeiten entsteht der deutschen Wirtschaft nach offiziellen Zahlen ein Schaden von jährlich 43 Milliarden Euro. Die Gesundheitsgefahren gehen in den Unternehmen dabei immer weniger von der Technik aus. An die Stelle des klassischen Arbeitsunfalls treten innere Kündigung und Burnout. Zu diesen Ergebnissen kommt das Dekra-Arbeitssicherheitsbarometer 2011.

Durch Ausfallzeiten entsteht der deutschen Wirtschaft nach offiziellen Zahlen ein Schaden von jährlich 43 Milliarden Euro. Die Gesundheitsgefahren gehen in den Unternehmen dabei immer weniger von der Technik aus. An die Stelle des klassischen Arbeitsunfalls treten innere Kündigung und Burnout. Zu diesen Ergebnissen kommt das Dekra-Arbeitssicherheitsbarometer 2011.


Unternehmen kritisch

Dekra Vorstand Mark Thomä kritisiert, dass Unternehmen präventive Maßnahmen immer noch überwiegend als Kostenfaktor betrachten würden anstatt als lohnende Investition für das Unternehmen. Zwar gebe es einen historischen Tiefstand bei den Arbeitsunfällen, aber dem Faktor Mensch werde in der immer komplexeren Arbeitswelt zu wenig Rechnung getragen. Die Folge sei ein Anstieg von Belastungen. Die Betriebe empfinden viele Maßnahmen hingegen als wirkungslos. Nur zwei Drittel glauben an die Wirksamkeit von Schulungen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz und nicht einmal jeder zweite Befragte glaubt an die Wirkung von ausgehängten Betriebsanweisungen.

Neue Aufgaben

„Der Arbeits- und Gesundheitsschutz steht vor dem Hintergrund alternder Belegschaften, des Fachkräftemangels und einer komplexeren Arbeitswelt vor neuen Aufgaben“, sagt Lothar Kreutz, Geschäftsführer der Dekra Industrial GmbH. In Zukunft würden nachhaltig angelegte, ganzheitliche Konzepte zum Arbeits- und Gesundheitsschutz benötigt, die die Bedeutung des Produktionsfaktors Mensch angemessener berücksichtigten. „Die Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes müssen die Mitarbeiter erreichen, um wirksam zu werden“, unterstreicht Sebastian Bartels, bei der Dekra für Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig. Das Ziel müsse es sein, eine Gesundheits- und Sicherheitskultur zu etablieren, die sich letztlich positiv auf die Produktivität auswirke.

Quelle: Dekra, Markt und Mittelstand
Bildquelle: Paul-Georg Meister GmbH

 

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