Donnerstag, 01.11.2012
Personal
Fachkräftemangel

Auch Fachkräfte mittlerer Qualifikation rar

Im Bereich der mittleren Ausbildungsabschlüsse wird es bis 2030 zu Engpässen auf dem Arbeitsmarkt kommen. Unternehmer sollten Arbeitslücken schon jetzt entgegenwirken.

Nicht nur unter Hochqualifizierten, sondern auch bei Fachkräften mit mittlerer Qualifikation soll es zu einem Fachkräftemangel  kommen. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht

Das Erwerbspersonenpotenzial wird insgesamt bis 2030  gegenüber dem Jahr 2010 um rund 3,7 Millionen Personen zurückgehen. Das entspricht einem Anteil von 8 Prozent. Grund für den Rückgang im mittleren Qualifikationsbereich ist neben der sinkenden Zahl von jüngeren Arbeitskräften vor allem eine nur im akademischen Bereich wirksame neue Bildungsexpansion.
Unternehmer werden vor allem im Bereich der Gesundheits- und Sozialberufe und der Körperpflege mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Bis zum Jahr 2030 werde das benötigte Arbeitsvolumen in diesem Sektor auf 7,8 Milliarden Stunden steigen. Angebotsüberhang in produktivitätsstarken Branchen.

Anders sieht die Entwicklung des Arbeitsvolumens beispielsweise im Bereich Verkehr, Lager und Transport sowie bei Sicherheits- und Wachberufen aus. Während das Arbeitsvolumen im Jahr 2010 noch bei 5,3 Milliarden Stunden lag, rechnen die Forscher von IAB und BIBB bis 2030 mit einem Rückgang auf 4,8 Milliarden Stunden. Auch langfristig wird es hier kaum zu größeren Engpässen kommen, Die Arbeitsmarktforscher betonen aber auch, dass sich ihre Projektionen lediglich auf die Gesamtentwicklungen in den Berufshauptfeldern beziehen. Bei einzelnen Berufen in diesen Segmenten könne es daher trotzdem zu einem Bewerbermangel kommen.
Im Bereich der Gastronomie- und Reinigungsbranche führt die Stundenbetrachtung der Studie zu einem positiveren Bild für den Arbeitsmarkt, da in dieser Branche viele Fachkräfte in Teilzeit arbeiten. Unternehmen können Engpässe leicht ausgeglichen, da es sich um einen sogenannte Jedermann-Arbeitsmarkt handelt: Auch Bewerber ohne entsprechende Berufsausbildung kommen für die Tätigkeiten in Frage.

Weniger Engpässe durch bessere Ausbildung

Durch vorausschauende Anpassungsreaktionen können Unternehmer Arbeitskräftelücken und -überhängen entgegenwirken: Auf Nachfrageseite ist das beispielsweise durch eine Ausweitung der Arbeitszeit möglich. In der mittel- und langfristigen Perspektive könnten Unternehmen die Situation auf dem Arbeitsmarkt durch eine Umstellung der Produktionsprozesse regulieren. Auf der Angebotsseite können ist eine Anpassung der Ausbildungs- und Berufsoptionen möglich.

Hier finden interessierte Mittelständler alle Ergebnisse der Studie zum Thema Fachkräfte

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