Freitag, 07.06.2013
Personal
Elektromobilität

Automobilindustrie gut für die Zukunft aufgestellt

Die Zukunft der Automobilindustrie liegt in der Elektromobilität. Deutsche Hersteller besitzen dafür das nötige Know-how. Dennoch drohen Risiken.

Die deutsche Automobilindustrie ist derzeit gut für zukünftige Entwicklungen gerüstet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung. Laut Dr. Wolfgang Schade, Leiter der Studie, seien deutsche Autohersteller derzeit auf den global wichtigen Märkten präsent. Zudem besitzen sie die zukunftsstarken Segmente.
Die deutsche Automobilindustrie „bedient auf weltweiter Ebene das stark wachsende und profitable Premiumsegment und verfügt über das Know-how, sowohl Effizienztechnologien als auch alternative Antriebsenergien in der angemessenen Dynamik voranzutreiben.“ Allerdings warnt Schade auch vor möglichen Schwachpunkten der deutschen Autowirtschaft. Die liegen momentan vor allem in den schwachen europäischen Absatzmärkten, aber auch in dem Risiko, wichtige Trends zu verschlafen.

Automobilindustrie: Diversifizierung von Angebot und Produktion ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Unternehmen zukünftig vor allem eine Diversifizierung ihres Angebots und ihrer Produktion anstreben müssen. Die Studie macht dafür vier Bereiche aus: Antriebskonzepte müssen erweitert werden, fortan werden Strom, Biogas und Wasserstoff die Palette erweitern. Dementsprechend wird es auch zu einer stärkeren Hybridisierung ihrer Antriebsmodelle kommen.
Außerdem wird die Automobilindustrie zukünftig vermehrt auf leichtere Materialien wie Kohlefaser oder Aluminium setzen müssen, um Gewichtseinsparungen zu erzielen. Auch die Modellpalette wird künftig erweitert: Vor allem Klein- und Kleinstwagen werden die Produktpalette ergänzen.
Die Automobilindustrie dürfte sich allerdings in Zukunft nicht nur als Anbieter von Fahrzeugen, sondern als Anbieter von Mobilität verstehen. Das Angebot müsse laut Studie also auch um diverse Mobilitätsdienstleistungen wie Carsharing erweitert werden.

Eine gesonderte Studie des Fraunhofer-Instituts zur Elektromobilität kam zu dem Schluss, dass elektrische Antriebssysteme in den kommenden Jahrzehnten den deutschen und globalen Automarkt zunehmend beeinflussen werden.
Im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird der verstärkte Fokus auf Elektromobilität vor allem positive Effekte haben. Bis 2030 erwartet das Fraunhofer-Institut vor allem einen positiven Einfluss auf das deutsche BIP und die Beschäftigungsraten haben. Bei der Produktion der erforderlichen Batteriemodelle spiele Deutschland bislang aber kaum eine Rolle, hier müssen Automobilhersteller verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren.
Vor allem Pendler und Firmenflotten werden zukünftig auf Elektromobilität setzen. Dafür müssen allerdings Stellplatzregelungen und Abrechnungsmodalitäten noch deutlich verbessert und standardisiert werden. Der Ausbau von Ladeplätzen ist dabei sekundär und solle sich auf zentrale, gut zugängliche Punkte beschränken, um Befürchtungen wegen zu geringer Reichweiten   zuvorzukommen.

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