Mittwoch, 09.06.2021

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Rund ein Viertel der Auszubildenden haben im vergangenen Jahr ihren Vertrag vorzeitig gekündigt.

Personal
Berufsausbildung

Azubis und Unternehmer: Frust auf beiden Seiten

Damit Auszubildende bei einem Unternehmen bleiben, reicht längst kein unterschriebener Vertrag. Die Qualität der Ausbildung muss stimmen.

26,5 Prozent der Auszubildenden haben im vergangenen Jahr ihren Vertrag vorzeitig gekündigt, berichtet der aktuelle "Berufsbildungsberichts 2020". Vor allem angehende Friseure, Fachleute im Gastgewerbe und Verkauf, Berufskraftfahrer, Gebäudereiniger, Gerüstbauer und Sicherheitspersonal waren genervt, überfordert oder enttäuscht und machten sich auf zu neuen Ufern. Der Frust ist dann auf beiden Seiten hoch. Hinzu kommen die Kosten, die für den Betrieb mit der unvollendeten Ausbildung verbunden sind plus die Suche nach einem neuen Kandidaten.

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Kommt dieses Problem im Unternehmen immer wieder vor, raten Personalexperten zu einem ehrlichen Check. Wie gut ist Ihr Unternehmen im Umgang mit jungen Leuten wirklich aufgestellt?

Konkret geht es um folgende Punkte:

  • Wie gut läuft die Preboarding-Phase? Versucht das Unternehmen, die jungen Leute schon vor dem ersten offiziellen Arbeitstag in die Firma einzubinden, zum Beispiel über erste Treffen oder Mailings mit interessanten Informationen?
  • Wie sinnvoll sind die Prozesse beim Onboarding und erfüllen sie nur die Unternehmensansprüche oder auch die der zunächst oft überforderten Jugendlichen?
  • Nach welchen Kriterien werden die Ausbilder ausgesucht und wie aktuell sind ihre Kompetenzen - auch bei sogenannten weichen Faktoren?
  • Wie wirkt sich deren Führungsstil auf die Motivation der jungen Leute aus?
  • Wer sorgt dafür, dass alle Ausbilder auf dem aktuellen Stand der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind? Und wie standarisiert wird deren Umsetzung evaluiert?
  • Wie gut werden die unterschiedlichen Fachabteilungen als Ausbildungsstationen für die Interessen des Unternehmens und die der Azubis sensibilisiert?
  • Gibt es standardisierte Gelegenheiten zu Feedbackgesprächen für die jungen Leute?
  • Werden interessante Verbesserungsvorschläge, die von den Azubis kommen, ebenso wertschätzend behandelt wie die erfahrener Kollegen?
  • An wen können sich unzufriedene Auszubildende wenden, ohne Sorge haben zu müssen, in Schwierigkeiten zu geraten?
  • Wie gut bekommen die Azubis Betrieb und Berufsschule unter einen Hut - und wie gut unterstützt das Unternehmen diejenigen, denen die Theorie schwer fällt? Wie gut kooperiert Ihr Unternehmen grundsätzlich mit der Berufsschule?

Mehr zum professionellen Preboarding von Azubis lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Schwierigkeiten zwischen Unternehmen und Auszubildenden und wie man sie löst, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Markt und Mittelstand".

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