Dienstag, 25.06.2013
Bei der Suche nach Fachkräften bevorzugen deutsche Unternehmen traditionelle Wege.

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Bei der Suche nach Fachkräften bevorzugen deutsche Unternehmen traditionelle Wege.

Personal
Fachkräftemangel

Beziehungen gegen den Fachkräftemangel

Trotz Fachkräftemangel setzen deutsche Unternehmen bei der Besetzung offener Stellen immer noch primär auf bewährte Mittel. Persönliche Kontakte und Stellenanzeigen in Printmedien liegen weit vor Onlineangeboten und privaten Jobvermittlern.

Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern setzen die meisten Betriebe nach wie vor vor allem auf persönliche Kontakte der Mitarbeiter. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach nutzten im Jahr 2011 fast die Hälfte der Unternehmen Kontakte der Mitarbeiter zur Mitarbeitersuche, 2006 waren es nur 40 Prozent. Auch Stellenanzeigen in Printmedien haben inzwischen an Bedeutung gewonnen. Während 2009 nur 32 Prozent der Personalchefs bereit waren Geld für Stellenanzeigen in Printmedien auszugeben waren es 2011 mit 40 Prozent bereits wieder beinahe so viele wie 2006.

Kostengünstige Jobangebote auf der eigenen Website wurden zuletzt von 44 Prozent der Unternehmen genutzt, die Erfolge waren allerdings eher ernüchternd. Nur 18 Prozent hatten mit dieser Maßnahme Erfolg, bei Zeitungsannoncen waren es hingegen 50 Prozent.

Fachkräfte selbst ausbilden

Als weiteres Mittel gegen den Fachkräftemangel bilden viele Unternehmen selber Nachwuchskräfte aus. 20 Prozent betreuten Abschlussarbeiten von Hochschulabsolventen und 60 Prozent bieten Schülerpraktika an.

Private Arbeitsvermittler spielen hingegen nach wie vor kaum eine Rolle. Ihr Marktanteil ist mit 14 Prozent immer noch extrem niedrig, auch wenn er zuletzt gestiegen war. Interessant ist hierbei die Erfolgsquote der privaten Jobvermittler: Sie liegt mit 37 Prozent deutlich über dem Wert der der staatlichen Arbeitsagenturen (30 Prozent). Dass die privaten Vermittler so selten zum Zug kommen hat nach Ansicht des IW vor allem mit der Haltung der Jobagenturen zu tun. Demnach wurden im Jahr 2012 nur Vermittlungsgutscheine im Wert von 30 Millionen Euro ausgegeben. Mit diesen Gutscheinen können Arbeitsuchende einen privaten Arbeitsvermittler mandatieren.

Fachkräftemangel drängt weiterhin

Wie schwer es für Unternehmen immer noch ist Fachkräfte zu finden, macht auch die gestiegene Vakanzzeit deutlich. Inzwischen liegen zwischen dem frühestmöglichen Besetzungstermin einer offenen Stelle und der tatsächlichen Besetzung durchschnittlich 100 Tage, während es im Jahr 2009 noch 83 Tage waren.