Freitag, 21.02.2014
Stromberg

Brainpool / Willi Weber

Personal
Die 5 Cheftypen

Cheftyp Stromberg

In den deutschen Kinos zeigt Bernd Stromberg zurzeit Chefs, wie sie genau nicht führen sollten. Welcher Cheftyp sind aber Sie? Hier ein Überblick.

Mitarbeiterführung nach Stromberg-Art hat seine ganz besonderen Regeln. Da wird der Mitarbeiter ständig mit falschen Namen genannt, Beförderungen mit den absurdesten Begründungen durchgesetzt und nur nach Sympathie vergeben und gute Ideen von Mitarbeitern als eigene beim Vorgesetzten verkauft. Fällt der Schwindel auf, ist dem Möchtegernchef Bernd Stromberg keine Ausrede zu billig, um sich aus der Affäre zu retten -  immer ohne Erfolg. Abseits von der Comedy-Figur Stromberg lassen sich Chefpersönlichkeiten tatsächlich in Gruppen clustern. Die fünf Cheftypen im Überblick. 

Der Autoritäre

Sein Stil: Er trifft Entscheidungen meist allein und besteht darauf, dass sie so umgesetzt werden, wie er es angeordnet hat. Der Autoritäre gibt deutliche Anweisungen, macht klare Vorgaben und überprüft die Ergebnisse. Von Freiräumen für Kreativität und Selbstentfaltung hält er nicht viel. Disziplin und Ordnung sind ihm hingegen wichtig.

Wofür er geeignet ist: Er kann Unternehmen, in denen Menschen vor allem an Maschinen arbeiten, sehr gut führen. Er ist wichtig für Mitarbeiter, die klare Vorgaben brauchen und gibt ihnen Sicherheit und Stabilität.

Wo er aufpassen muss: Er sollte sich rechtzeitig um einen Nachfolger  bemühen und eine zweite Führungsebene einziehen. Diese darf er nicht dadurch vor den Kopf stoßen, dass er seinen eigenen Führungsstil weiter verfolgt und die Jungen nicht zum Zuge kommen lässt. Da er seine Autorität hauptsächlich aus dem Erfolg bezieht, den er jahrelang hatte, kann er diese schnell verlieren, wenn das Unternehmen in eine Krise gerät.

Der Sachliche

Sein Stil: Er macht keine großen Worte. Er führt über Zahlen und Fakten, lässt Gespräche mit Mitarbeitern nicht persönlich werden und vermeidet emotionale Gesten. In Konfliktsituationen bleibt er ruhig und entscheidet mit dem Kopf, er handelt nicht aus dem Bauch heraus.

Wofür er geeignet ist: Er behält in Stress- und Krisensituationen meist einen kühlen Kopf und kann daher auf Mitarbeiter beruhigend wirken. Ereignet sich als Vermittler zwischen zwei Parteien und übt Kritik auf der Sachebene, statt Personen anzu­greifen.

Wo er aufpassen muss: Wenn es um emotionale Situationen geht, z.B., drastische Sparmaßnahmen anzukündigen oder die Mitarbeiter zu einem vorübergehenden Gehaltsverzicht zu bewegen, muss er aufpassen, dass er nicht kalt und unbeteiligt wirkt.

Der Motivator

Sein Stil: Er hat ständig das Gefühl, seine Mitarbeiter antreiben und zu mehr Leistung bringen zu müssen. Meistens lockt er mit materiellen Dingen. Dabei geht er davon aus, dass Mitarbeiter dazu bereit sind, noch mehr zum Unternehmenserfolg beizutragen, wenn sie belohnt werden.

Wofür er geeignet ist: Sind die Mitarbeiter erschöpft und resigniert, ist er in der Lage, die Stimmung wieder hochzuziehen. Das schafft er nicht nur allein durch schöne Versprechungen, sondern auch durch seine persönliche Überzeugungskraft.

Wo er aufpassen muss: Er sollte begreifen: Manche Mitarbeiter möchten ihre Leistung nicht ständig steigern, sondern einfach in Ruhe arbeiten. Solchen Beschäftigten geht ein motivierender Typ auf die Nerven.

Stromberg über Führung"Wo andere Leute ein Herz haben, hab' ich nen Aktenordner. Chef ist Chef - in der Hölle kommen Sie mit Sonnenmilch nicht weiter!«
Copyright: Brainpool / Willi Weber Stromberg über Büroalltag"Büro ist das Gegenbeispiel zur Evolution: Hier setzt sich nicht der Stärkere durch, sondern der Schwache sabotiert den Starken so lange, bis der nur noch nach Hause will."
Copyright: Brainpool / Willi Weber Stromberg über Karriere"Die Hand zu beißen, die einen füttert, ist ein ganz schlechter Pausensnack."
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Der Visionär

Sein Stil: Er ist seiner Zeit einen Schritt voraus und das teilt er zumindest seinen engen Mitarbeitern auch mit. In regelmäßigen Abständen hat er neue Pläne für neue Produkte, will zusätzliche Märkte erschließen oder einen Zukauf tätigen.

Wofür er geeignet ist: Er schafft es, kreativen Typen Freiraum für eigene Fantasien zu geben und sie zu beflügeln. Er nutzt Wachstumsphasen wie kein anderer und schmiedet in Flauten neue Pläne, die Mitarbeitern Mut machen können.

Wo er aufpassen muss: Solange er Pläne umsetzt, gilt er als Visionär. Sobald er aber über ein Projekt lange nur redet, es aber nicht realisiert, wird er schnell zum Spinner. Damit macht er sich unglaubwürdig und verliert das Vertrauen der Mitarbeiter.

Der Verständnisvolle

Sein Stil: Er setzt auf Gefühl und ist bemüht, für seine Mitarbeiter eine möglichst angenehme Atmosphäre zu schaffen. Er pflegt auch private Beziehungen zu Personen aus der Firma, ist schnell per Du, liebt Harmonie und verabscheut Konflikte.

Wofür er geeignet ist: Er kann durch seine einfühlsame Art sehr viel über seine Mitarbeiter erfahren. Wissen, das ihm und dem Unternehmen zugutekommt.

Wo er aufpassen muss: In kritischen Situationen muss auch er harte Entscheidungen treffen. Dabei läuft er Gefahr, sein Image als Kumpel-Chef zu verlieren und gar als Heuchler dazustehen. Er sollte gut abwägen, wie emotional und vertraut er mit seinen Mitarbeitern wirklich umgehen will.