Mittwoch, 05.02.2020
Ziel der Energieautarkie: Das Unternehmen Schmalz möchte seinen kompletten Stromverbrauch über eigene Anlagen wie ein Wasserkraftwerk decken.

Foto: Petmal/ iStock/ Getty Images

Ziel der Energieautarkie: Das Unternehmen Schmalz möchte seinen kompletten Stromverbrauch über eigene Anlagen wie ein Wasserkraftwerk decken.

Personal
CSR

So sparen Unternehmen Energiekosten und reduzieren ihren CO2-Ausstoß

Beim Mittelständler Schmalz gehört Nachhaltigkeit seit der Gründung zu den Unternehmenszielen. Damit möchte das Unternehmen nicht nur seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, sondern sich auch Wettbewerbsvorteile sichern – beim Kunden und auf dem Arbeitsmarkt.

Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft: Das Unternehmen Schmalz produziert Strom aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen. Dabei ist der Mittelständler aus Glatten im Nordschwarzwald kein Energieerzeuger, sondern Spezialist für Vakuumtechnik. „Nachhaltigkeit ist eines unserer Unternehmensziele, bei dem wir messbare Zielvorgaben haben“, sagt Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Zu diesen Zielen gehört, dass der Mittelständler in den kommenden Jahren seinen Energiebedarf wieder komplett mit seinen eigenen Anlagen decken will. Das hatte der Mittelständler vor einigen Jahren bereits erreicht, doch durch das Wachstum des Unternehmens und dem damit gestiegenen Energieverbrauch, ist die Quote auf circa 90 Prozent abgerutscht.

Aktuelles aus dem Mittelstand: Folgen Sie uns auf Zum Linkedin Profil von Markt und Mittelstand und Zum Linkedin Profil von Markt und Mittelstand


„Das tun wir zum einen, weil wir uns als Unternehmen verpflichtet fühlen, sorgsam mit der Umwelt umzugehen und zum anderen, weil wir durch die geringeren Energiekosten auch wettbewerbsfähiger werden“, sagt Schmalz über die Corporate Social Responsibility (CSR) seines Unternehmens. Für Schmalz ist der Umweltschutz daher auch eine ökonomische Überlegung. „Die Maßnahmen dürfen keine grüne Spinnerei sein, sondern müssen sich am Ende wirtschaftlich lohnen.“ Wobei es für das Familienunternehmen kein Problem ist, auch mal länger darauf zu warten, bis sich die Investition rechnet.

Um das Ziel der Energieautarkie zu erreichen, reduziert das Unternehmen seinen Stromverbrauch wo es geht. So speist der Mittelständler beispielsweise im Kleinteilelager die Bremsenergie der Regalbediengeräte rück und nutzt die Energie dadurch erneut. Die Beleuchtung im Unternehmen ist automatisch an das Tageslicht gekoppelt. Dadurch verhindert Schmalz tagsüber unnötige Beleuchtung.

Wettbewerbsvorteil beim Kunden

Ein weiteres wichtiges Thema ist die CO2-Bilanz der Produkte. „Wir erleben immer häufiger, dass der Co2-Fußabdruck bei unseren Kunden das Zünglein an der Waage sein kann“, berichtet Schmalz. „Ist das Produkt eines Konkurrenten ähnlich gut wie unseres, kann unsere gute C02-Bilanz den Ausschlag dafür geben, dass wir den Zuschlag erhalten.“ Das Unternehmen hat beispielsweise  in der Produktion Aluminiumbauteile durch leichten Kunststoff ersetzt. Das spart neben Kohlenstoffdioxid auch noch Materialkosten und Gewicht ein.

Das Engagement von Schmalz beschränkt sich nicht nur auf den Umweltschutz. Der Mittelständler bietet beispielsweise seinen Angestellten eine Kinderbetreuung unweit des Unternehmens, einen Fitnessraum oder Gewinnbeteiligungen an. „Dadurch zeigen wir unseren Mitarbeitern, dass wir ihre Arbeit wertschätzen und erhöhen unsere Arbeitgeberattraktivität“, sagt Schmalz. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei es für Unternehmen wichtig, auf sich als guten Arbeitgeber aufmerksam zu machen.