Dienstag, 11.12.2018

Foto: Keport/Getty Images

Wer suchet, der findet: Stellenausschreibungen über Spezial-Jobbörsen für den Mittelstand sprechen die Bewerber zielgenau an.

Personal
Wege aus dem Fachkräftemangel

Das sind die besten Jobbörsen für den Mittelstand

Jobbörsen gehören längst zum Standardrepertoire der Personalabteilungen, wenn es um die Veröffentlichung von Stellenanzeigen geht. Doch bei den großen Jobbörsen gehen kleine und mittelständische Unternehmen oft unter. Das muss aber nicht sein.

Im dritten Quartal 2018 hat der Fachkräftemangel in Deutschland eine neue Dimension erreicht. Bundesweit gab es rund 1,24 Millionen offene Stellen, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Um noch genügend Bewerbungen zu bekommen, ist eine diversifizierte Strategie bei der Nutzung von Online-Jobbörsen nötig.

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Experten empfehlen einen Mix aus einem reichweitenstarken Jobportal und mindestens einem Fachportal für die regionale oder jobspezifische Suche. Mittlerweile gibt es auch Online-Jobportale, die speziell mittelständische Firmen beim Recruiting unterstützen.

Über die Frage, welcher Mix erfolgsversprechend ist, sprach „Markt und Mittelstand“ mit Ute Stümpel, Geschäftsführerin der Agentur Profilo, die auch das Internetportal jobboersencheck.de betreibt.

Foto: Profilo Rating-Agentur

Ute Stümpel ist Geschäftsführerin der Profilo Rating-Agentur, die auch das Vergleichsportal jobboersencheck.de betreibt.

Frau Stümpel, was zeichnet eine gute Jobbörse allgemein aus?
Am wichtigsten ist eine hohe Reichweite und das Erreichen der gewünschten Zielgruppe, denn das Unternehmen will ja möglichst viele gute Bewerbungen zur Auswahl bekommen. Dafür muss die Stellenausschreibung auch von möglichst vielen Jobsuchenden gesehen oder gefunden werden. Der Nachteil bei großen Portalen ist allerdings, dass die Ausschreibung natürlich schneller wieder herunterrutscht und dann ist es mit der sofortigen Sichtbarkeit vorbei.

Genau das ist für den Mittelstand ein Problem. Was kann man dagegen tun?
Direkt dagegen tun kann man nichts, außer entsprechende Anzeigen-Pakete bei den Portalen zu kaufen, die die Stellenausschreibung immer wieder nach oben ziehen. Aber auch das funktioniert nur temporär. Deshalb empfehle ich, Stellenausschreibungen nicht nur bei einer Jobbörse zu schalten.

Genau das ist für den Mittelstand ein Problem. Was kann man dagegen tun?
Direkt dagegen tun kann man nichts, außer entsprechende Anzeigen-Pakete bei den Portalen zu kaufen, die die Stellenausschreibung immer wieder nach oben ziehen. Aber auch das funktioniert nur temporär. Deshalb empfehle ich, Stellenausschreibungen nicht nur bei einer Jobbörse zu schalten.

Es gibt rund 2000 Jobportale in Deutschland. Wie findet man da das richtige?
Das ist immer davon abhängig, welche Position besetzt werden soll. Bei Fach- und Führungskräften würde ich empfehlen, eine große, überregionale Jobbörse oder auch eine Jobsuchmaschine zu buchen, die eine große Reichweite hat. Zusätzlich aber auch ein regionales Jobportal, denn viele Jobsuchende sind mit ihrer Region verbunden und wollen den Standort nicht wechseln. Es gibt mittlerweile aber auch gute Jobbörsen, die sich auf den Mittelstand spezialisiert haben und alle Karrierephasen abdecken. Sucht ein Unternehmen zum Beispiel einen Ingenieur oder IT-Spezialisten, eigenen sich auch hervorragend Spezial-Jobbörsen, die genau die Zielgruppe abdecken.

Neben klassischen Jobbörsen, auf denen Arbeitgeber ihre Stellenausschreibungen veröffentlichen, gibt es auch solche, in denen sich Jobsuchende in Form von Stellengesuchen „bewerben“. Können solche Portale auch dabei helfen, offene Stellen in Unternehmen zu besetzen?
Auf jeden Fall. Das ist eine super Herangehensweise für Arbeitgeber, um zusätzliche Bewerbungen zu bekommen. Der Arbeitgeber muß aber die notwendige Zeit mitbringen, um eine aktive Suche nach Kandidaten zu starten. Hier eignen sich Karriere- und Businessnetzwerke, die mittlerweile ihre Portale für den Jobmarkt stark ausgebaut haben.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell von Jobportalen, also, wie verdienen sie ihr Geld?
Bei den meisten Jobbörsen bezahlt man eine Stellenausschreibung für eine Dauer von 30 Tagen beziehungsweise einen Monat. Meistens kann man zwischen verschiedenen Varianten, wie Standard oder dem eigenen Corporate Design des Unternehmens wählen. Eine Einzelstellenanzeige kostet in der Regel zwischen 500 und 1500 Euro. Bei einigen Portalen zahlen Arbeitgeber nach Klickzahlen, d.h. sie bezahlen nur, wenn Kandidaten auf die Stellenanzeige klicken und auch nur bis zu dem vom Arbeitgeber festgelegten Betrag.


Im Folgenden stellen wir eine Reihe von Jobbörsen vor, die Sie – je nach Branche und Karrierestufe – bei der Stellenbesetzung unterstützen können. Da es sich um kein Ranking handelt, sind die Unternehmen alpahbetisch sortiert. Die Angaben haben die angefragten Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die Portale Indeed, Monster, Mittelstandskarriere, Jobvektor und Staufenbiel haben keine Angaben geliefert.

Absolventa

Beschreibung: Seit zehn Jahren ist das Jobportal Absolventa auf dem deutschen Markt aktiv. Die Spezial-Jobbörse ist eine Tochter der Funke Mediengruppe.
Jobausschreibungen pro Monat: ca. 7000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: ca. 20 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e): Studierende, Absolventen und Young Professionals insbesondere für Consultants, Ingenieure und Vertriebler
Branchenschwerpunkt(e): Informatik & Development, Ingenieurwesen & Technik, Finance
Unique User** pro Monat: ca. 700.000
Kosten pro Anzeige und Monat: ab 955 Euro
Reichweite: Deutschland, Österreich, Schweiz
Website: https://www.absolventa.de/

Quelle: Absolventa

Jobware

Beschreibung: Jobware war eine der ersten deutschen Jobbörsen, die mit anderen Betreibern kooperierte, um Arbeitgebern eine größere Auswahl zu bieten. Mittlerweile sind Kooperationen Standard.
Jobausschreibungen pro Monat: ca. 25.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: 70 bis 80 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e): Fachkräfte, Führungskräfte, Hochschulabsolventen
Branchenschwerpunkt(e): alle
Unique User** pro Monat: ca. 2,9 Millionen
Kosten pro Anzeige und Monat: 900 bis 1.495 Euro
Reichweite: Deutschland, Österreich, Schweiz
Website: https://www.jobware.de

Quelle: Jobware

Kimeta

Beschreibung: Kimeta ist eine sogenannte Meta-Suchmaschine, die andere Jobportale, Karriereseiten und Stellenangebote von Unternehmen auswertet.
Jobausschreibungen pro Monat: ca. 2.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: ca. 80 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e): Ingenieure, Marketingfachleute, Verkäufer/Sales
Branchenschwerpunkt(e): Automotive, IT, Logistik, Bau, Pharma
Unique User** pro Monat: ca. 2,5 Millionen
Kosten pro Anzeige und Monat: 900 bis 1.495 Euro
Reichweite: Deutschland
Website:
https://www.kimeta.de/

Quelle: Kimeta

Regio-Jobanzeiger

Beschreibung: Das Jobportal betreibt derzeit 74 regionale Stellenmärkte in Deutschland und weitere 16 in Österreich.
Jobausschreibungen pro Monat: 50.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: ca. 60 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e): gewerbliche Arbeitskräfte, Fach- und Führungskräfte
Branchenschwerpunkt(e): Bau, Chemie/Pharma/Medizin, Ingenieurwesen, IT, Logistik
Unique User** pro Monat: ca. 700.000
Kosten pro Anzeige und Monat: ab 495 Euro
Reichweite: Deutschland, Österreich
Website: https://www.regio-jobanzeiger.de

Quelle: Regio-Jobanzeiger

Stellenwerk

Beschreibung: Stellenwerk wurde von der Universität Hamburg 2003 gegründet und betreibt mittlerweile an insgesamt 14 Hochschulstandorten Portale speziell für Hochschulabsolventen.
Jobausschreibungen pro Monat: ca. 5.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: ca. 80 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e): Hochschulabsolventen, Werkstudenten, Praktikanten, Hilfskräfte
Branchenschwerpunkt(e): alle
Unique User** pro Monat: > 250.000
Kosten pro Anzeige und Monat: ab 450 Euro
Reichweite: vorwiegend Deutschland
Website: https://www.stellenwerk.de/

Quelle: Stellenwerk

Stepstone

Beschreibung: Der deutsche Marktführer betreibt weltweit 23 nationale Online-Jobbörsen. Der Algorithmus, der Arbeitgeber und Bewerber zusammenführen soll, gilt als einer der besten der Branche.
Jobausschreibungen pro Monat: ca. 240.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*: k.A.
Personelle Schwerpunkt(e): Fach- und Führungskräfte inklusive Young Professionals
Branchenschwerpunkt(e): IT/Telekommunikation, Ingenieurwesen/Technische Berufe, Handel/Einkauf
Unique User** pro Monat: k.A.
Kosten pro Anzeige und Monat: ab 795 Euro
Reichweite: weltweit
Website: https://www.stepstone.de/

Quelle: Stepstone

Yourfirm

Beschreibung: 2010 als Start-up gegründet, hat sich Yourfirm mit Gadgets wie einer Videobewerbung einen Namen gemacht. Das Portal fokussiert sich ausschließlich auf Unternehmen aus dem Mittelstand.
Jobausschreibungen pro Monat:
ca. 10.000
Anteil mittelständischer Unternehmen*:
100 Prozent
Personelle Schwerpunkt(e):
Fach- und Führungskräfte
Branchenschwerpunkt(e):
Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Fahrzeugbau, Elektronik/Hightech/Optik, IT/Internet/Telekommunikation
Unique User** pro Monat:
> 1 Million
Kosten pro Anzeige und Monat:
ab 790 Euro
Reichweite: Deutschland, Österreich
Website: https://www.yourfirm.de/

Quelle: Yourfirm

Info

Der Markt für Jobportale

In Deutschland gibt es rund 2.000 Jobbörsen. Obwohl diese Anzahl der Internetportale sehr hoch ist, gab es in den kommenden Jahren keine Konsolidierung. Eine Marktbereinigung erwarten Experten auch in Zukunft nicht.

* < 250 Millionen Euro Jahresumsatz
** Diese Kennzahl gibt an, von wie vielen Nutzern eine Website aufgerufen wird. Im Unterschied zu Page Impressions wird der Unique User nur einmal gezählt.

 


Der Artikel gehört zu einem Thema aus der „Markt und Mittelstand“-Ausgabe Oktober 2018. Hier können Sie das Heft bestellen und „Markt und Mittelstand“ abonnieren.