Montag, 01.07.2013
„80.000 Mitarbeiter haben bereits protestiert. Und wir werden die Streiks noch mal massiv ausweiten“, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di.

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„80.000 Mitarbeiter haben bereits protestiert. Und wir werden die Streiks noch mal massiv ausweiten“, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di.

Personal
Tarifstreit

Deutschem Einzelhandel droht Streik-Welle

Im aktuellen Tarifstreit weitet der Einzelhandel seine Streiks aus. Ver.di kündigte für die kommenden Wochen massive Streik-Wellen an.

Die Gewerkschaft Ver.di hat innerhalb des laufenden Tarifstreits mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) weitere Streiks angekündigt. Deshalb könnte es in den kommenden Wochen zu Streik-Wellen im deutschen Einzelhandel kommen, wie die „Welt“ berichtet. Beide Kontrahenten stellen sich auf längere Verhandlungen ein. „80.000 Mitarbeiter haben bereits protestiert. Und wir werden die Streiks noch mal massiv ausweiten“, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Unterdessen haben die Arbeitgeber ein Angebot, zunächst nur im Tarifbezirk Baden-Württemberg, vorgelegt. Vorgeschlagen wird eine Lohnsteigerung von anfangs 2,5 Prozent und 2014 sollen dann weitere 1,5 Prozent folgen.
Hessen folgt diesen Montag und am Dienstag werden sich Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz anschließen, sowie am Mittwoch Nordrhein-Westfalen.

Tarifstreit bislang aussichtslos

Das reicht den Gewerkschaftlern jedoch noch nicht aus. Das Angebot sei zu niedrig, heißt es bereits aus der Zentrale in Berlin. „Das tarifpolitische Umfeld sieht anders aus“, sagt eine Sprecherin mit Verweis auf deutlich höhere Abschlüsse in anderen Branchen. Und so fordert die Gewerkschaft je nach Bundesland einen Aufschlag von 6,5 Prozent oder eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro, was für eine Vertragslaufzeit von maximal zwölf Monaten gelten soll, statt der von den Arbeitgebern geforderten zwei Jahre.

Beim Streik geht es nicht nur um Gehalt

Den Arbeitgebern geht es jedoch nicht nur um die Gehälter und Stundenlöhne, sondern auch über grundsätzliche Strukturthemen wie beispielsweise flexible Arbeitszeitregelungen oder eine Aktualisierung der Tätigkeitsbeschreibungen. Der HDE, der die Supermärkte, Modeketten und Warenhäuser in den Verhandlungen vertritt, hat deswegen sogar den Manteltarifvertrag gekündigt, in dem unter anderem die Arbeitsbedingungen geregelt werden, dazu Urlaubs- und Kündigungszeiten oder Zuschläge für Mehr-, Nacht- und Schichtarbeit.„Wir wollen zeigen, wie ernst es uns ist“, erklärt der oberste Tarifpolitiker des HDE, der zugleich Arbeitsdirektor der Warenhauskette Galeria Kaufhof ist. Die Branche brauche moderne Tarifverträge. Und das aktuelle Regelwerk habe mit der Realität im Handel nichts mehr zu tun, sagt Köster.

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