Freitag, 26.01.2018
Früh übt sich: Viele Mittelständler warten zu lange damit, sich für einen Nachfolger zu entscheiden.

Foto: DragonImages/Thinkstock/Getty Images

Früh übt sich: Viele Mittelständler warten zu lange damit, sich für einen Nachfolger zu entscheiden.

Personal
Studie der KfW

Die fünf wichtigsten Zahlen zur Unternehmensnachfolge

Die Inhaber mittelständischer Unternehmen werden immer älter. Damit gewinnt das Thema Nachfolge an Bedeutung. Zahlen dazu liefert jetzt eine aktuelle Studie der KfW.

Geplante Unternehmerrückzüge in den kommenden fünf Jahren

Quelle: KfW

Insgesamt 842.000 Inhaber …

mittelständischer Unternehmen werden in den kommenden fünf Jahren ihre Tätigkeit aufgeben. 61 Prozent davon, also gut eine halbe Million Besitzer, wollen den Betrieb an einen Nachfolger übergeben. Gut 300.000 rechnen damit, die Firma zu schließen.

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Stand der Vorbereitungen (in % der Unternehmer, die ihren Abschied bis Ende 2019 planen)

Quelle: KfW

236.000 Mittelständler …

planen, schon bis Ende des kommenden Jahres an einen Nachfolger zu übergeben. Bei 100.000 von ihnen steht allerdings noch nicht fest, wer das sein könnte. Das könnte nach Ansicht der KfW-Experten an dem sentimentalen und emotionalen Wert liegen, das ein Unternehmen für einen Inhaber oftmals ist.


Welche Varianten einer Nachfolge werden gegenwärtig in Betracht gezogen? (in % der Mittelständler, die schon über die Nachfolge nachdenken)

Quelle: KfW

54 Prozent …

der Unternehmer ziehen die Übergabe an ein Familienmitglied in Betracht – deutlich weniger suchen nach externen Käufern (42 Prozent) oder in der eigenen Belegschaft (25 Prozent). Und: Soll ein Unternehmen einem Familienmittglied überlassen werden, so ist das Unternehmen im Schnitt viel besser vorbereitet, als wenn ein externer Käufer gesucht wird oder ein Miteigentümer oder Mitarbeiter das Unternehmen übernehmen soll.


Alter der Inhaber (in % der KMU-Inhaber)

Quelle: KfW

60 Prozent …

der Inhaber von mittelständischen Unternehmen sind über 50. Noch vor 15 Jahren lag der Anteil bei lediglich 35 Prozent – der demographische Wandel schlägt also auch in der Chefetage zu. Der durchschnittliche Inhaber ist 51 Jahre alt. Wenn er in Rente geht, ist der Durchschnitts-Mittelständler 68 Jahre alt.

Um bis zu 39 Prozent …

schrumpft die Investitionsbereitschaft eines Unternehmens, wenn der Zeitpunkt der Übergabe (oder des Verkaufs) näher rückt – also innerhalb der kommenden zwei Jahre liegt– und noch über die Nachfolge verhandelt werden muss. Ist diese gesichert, gibt es auf der anderen Seite einen positiven Effekt. Die Investitionen sind dann fast doppelt so hoch wie bei Unternehmen in laufenden Verhandlungen. Die Lösung: eine frühzeitige Planung. Denn bei einem Zeithorizont von fünf Jahren sind die Effekte deutlich kleiner.